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Content-Empfehlungs-Plattform
G+J verkauft Ligatus an Outbrain

Im Gegenzug für den Verkauf erhält Gruner + Jahr Anteile an einem der Marktführer für Content-Empfehlungen und einen Sitz im Aufsichtsrat. Outbrain steigert seine Reichweite dadurch erheblich.

Text: W&V Redaktion

26. Februar 2019

International-Chef Alexander Erlmeier, Outbrain, freut sich über das deutlich erweiterte Portfolio.
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Gruner + Jahr verkauft seine Native-Advertising-Plattform Ligatus an Outbrain. Der US-Konkurrent ist um ein Vielfaches größer, Ligatus hat allerdings eine Reihe von hochwertigen Sites im Portfolio. Der Verkauf ist dennoch  keine Kapitulation, denn im Gegenzug beteiligt sich G+J an Outbrain.

Unter dem Strich ist dies ein smarter Zug. Denn Outbrain ist schon kraft seiner Größe ein Player, der mit seinem Modell gegen die Großen im Werbemarkt – also Google und Facebook – durchaus dagegen halten kann. Denn im Business mit den Content-Empfehlungen unter redaktionellen Texten ist die sonst übermächtige Konkurrenz nicht aktiv.  

"Wir freuen uns sehr, Gesellschafter von Outbrain zu werden, der weltweit führenden Native-Discovery-Plattform", sagt Julia Jäkel, CEO von Gruner + Jahr. Zudem werde ihr Chief Digital Officer Arne Wolter ins Board of Directors von Outbrain einziehen. Sie sieht die Zusammenarbeit "als eine gute Nachricht für Werbetreibende wie Publisher, die Wert auf hochwertige native Werbelösungen legen."

Aussagen zum finanziellen Teil machen die neuen Partner nicht. Nur soviel: "Wir erwarten, dass Outbrain in einem Jahr durch den Zusammenschluss einen um 100 Millionen Dollar höheren Umsatz erzielen wird", erklärt Alexander Erlmeierseit diesem Jahr International-Chef von Outbrain. Und in drei Jahren will die US-Firma in Summe auf 1,5 Milliarden Dollar Jahresumsatz kommen. 

Mehr Reichweite als Facebook

Die Nutzerzahlen sind schon heute beeindruckend: Laut AGOF kommen die Webseiten, bei denen Outbrain eingebunden ist, auf monatliche 48 Millionen Unique User (Stand Januar 2019). Das entspricht 81 Prozent aller Nutzer. Zum Vergleich, T-Online erreicht 27 Millionen, Facebook laut eigenen Angaben 32 Millionen. Ähnlich sieht es in den USA aus. Comscore misst dort 233 Unique Visitors für Outbrain-Sites, was etwa 90 Prozent der Nutzer entspricht und für Facebook nur 214 Millionen. 

Jetzt liefert Ligatus in Summe 1400 Partnersites und monatlich über 37 Milliarden Ad Impressions zum Portfolio hinzu. Der Zusammenschluss vergrößert Outbrains Reichweite vor allem in Europa erheblich – mit Marken wie Stern, Die Zeit, Le Monde und der RTL-Gruppe. Fast wichtiger ist jedoch: "Ligatus bringt im Native Advertising große Erfahrung mit", sagt Erlmeier. Weitere solche Akquisen dürften durchaus denkbar sein. Denn für David Kostman, Co-CEO von Outbrain, sei der Kauf Teil der Konsolidierungsstrategie. 

Doch zunächst geht es um die Integration von Ligatus und dem Team von rund 160 Mitarbeitern um CEO Klaus Ludemann. Dazu gehört auch die Video-Plattform Veeseo, die bislang unter dem Dach von Ligatus angesiedelt war. An den Standorten, an denen Outbrain jetzt mit zwei Büros vertreten ist, sollen die Teams zusammengeführt werden. "Wir freuen uns aber auch auf die neuen europäischen Standorte in Belgien und den Niederlanden", sagt Erlmeier.  

Technisch solle das Beste aus beiden Technologien in einer Plattform vereint werden. Ligatus-Kunden verspricht Outbrain jetzt mehr Targeting-Möglichkeiten, mehr Optionen zur Skalierung ihrer Kampagnen und Zugang zu mehr Daten.

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