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Studie zur Webvideo-Branche
Gibt es eine YouTube-Hauptstadt?

Die beliebteste Standorte für hiesige YouTuber & Co. heißen Berlin und Köln. Dies ist das Ergebnis einer Vollerhebung der deutschen Webvideo-Branche.

Text: W&V Redaktion

12. Juni 2019

Exoten: Der Kanal Freekickerz sitzt nicht in Köln oder Berlin - sondern in Stuttgart.
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Insgesamt gibt es in Deutschland 2.130 Unternehmen und Selbständige, die Videos für YouTube, Twitch, Instagram oder Facebook erstellen und auf diesem Weg mindestens 50.000 Abonnenten erreichen. Dies ist das Ergebnis einer Vollerhebung der deutschen Webvideo-Branche (Erhebungszeitraum: 2018) durch Forscher der TH Köln, der Hochschule Mainz und der European Web Video Academy - im Auftrag der Staatskanzlei NRW.

Das Video-Business lockt viele Neueinsteiger an: Ein knappes Viertel der Kanäle mit mehr als 50.000 Abonnenten (22,5 Prozent) wurden in den letzten drei Jahren vor der Erhebung (2015 bis 2017) gegründet. Ein knappes Viertel erreicht dabei mehr als 250.000 Abonnenten, 4,6 Prozent sogar mehr als eine Million. Damit werden auch relevante Umsätze erzielt: Fast 20 Prozent der befragten Unternehmen erzielten Umsätze von mehr als 100.000 Euro; 3,4 Prozent sogar von über einer Million Euro.

Webvideo-Produktion entwickelt sich "zu einer relevanten Größe in der Medienwirtschaft", so Projektleiter Prof. Dr. Christian Zabel von der TH Köln.

Die meisten Unternehmen der Branche (246) haben ihren Sitz in Berlin, 140 in Köln, es folgen mit Abstand Hamburg, München und Frankfurt.

Hingegen kann Köln mit 26 Kanälen der Top 100 und fünf der Top-10-Kanälen nach Abonnenten aufwarten (siehe Tabelle). In Berlin sind dies hingegen lediglich 17 der Top 100 und einer aus den Top 10. Beide Städte werden mit deutlichem Abstand als beste Standorte für Webvideo bewertet. Jedoch sitzt eines der erfolgreichsten Webvideo-Teams des Jahres 2018 über alle Kanäle hinweg in Stuttgart (siehe Tabelle, Quelle: Studie/Social Blade): Freekickerz. 

"Köln konnte den ursprünglichen Pioniervorteil als 'YouTube-Hauptstadt' in den frühen 2010er Jahren nicht nutzen, um sich klar als Destination Nr.1 für das Thema Webvideo zu etablieren. Aber Wettbewerb belebt das Geschäft", kommentiert Markus Hündgen von der European Web Video Academy.

Positiv hervorgehoben wird von den Befragten die Stärke der Webvideo-Branche und deren Vernetzung in Köln und Berlin. Bei den allgemeinen Standortfaktoren punktet Berlin mit etwas mehr Attraktivität und dem sehr ausgeprägten digitalen Ökosystem. Köln wiederum kann bei der digitalen Infrastruktur eine bessere Bewertung erzielen als die Hauptstadt, so die Studie. Die Größe der Kreativ- und Medienwirtschaft sowie die Arbeitsmarkt- und Ausbildungssituation werden an beiden Standorten gleichermaßen sehr gut bewertet.

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