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Steuer-Schlupflöcher
Google transferierte 2017 rund 20 Mrd. Euro auf die Bermudas

Der Suchmaschinenkonzern transferierte laut einem Medienbericht 2017 rund 20 Mrd. Euro an den europäischen Finanzämtern vorbei ins Steuerparadies Bermudas. Die als "Double Irish, Dutch Sandwich" bekannte Masche kann Google aber nur noch dieses Jahr durchziehen.

Text: W&V Redaktion

4. Januar 2019

Google sparte auch 2017 kräftig Steuern bei seinen Auslandsgeschäften.
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Der US-Digitalkonzern Google hat 2017 19,9 Mrd Euro über eine niederländische Briefkastenfirma ins Steuerparadies Bermudas transferiert. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Dokumente der niederländischen Handelskammer.

Der Betrag, den der US-Konzern steuersparend auf diese Weise an eine Tochterfirma auf den Bermudas überwiesen hatte, lag den Dokumenten zu Folge um rund vier Mrd. Euro höher als 2016.

Die Steuerstrategie der Mutterfirma Alphabet ist nicht neu. Der Suchmaschinenkonzern nutzt bereits seit über zehn Jahren diese legalen Steuer-Schlupflöcher. Bekannt ist die Masche als "Double Irish, Dutch Sandwich". Über die Tochtergesellschaft in den Niederlanden verlagert Google seine Einnahmen aus den Geschäften außerhalb der USA an die Google Ireland Holdings, eine Tochterfirma mit Sitz auf den Bermudas. Dort zahlen Unternehmen keine Einkommenssteuer.

„Wir zahlen alle anfallenden Steuern und halten uns an die Steuergesetze in jedem Land, in dem wir weltweit tätig sind", sagte Google in einer Erklärung. Google zahle "wie andere multinationale Unternehmen den überwiegenden Teil seiner Körperschaftsteuer in seinem Heimatland". Der Konzern habe "in den letzten zehn Jahren einen globalen effektiven Steuersatz von 26 Prozent gezahlt."

Auf Druck der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten hatte das irische Parlament 2014 beschlossen, die umstrittene Regelung im Jahr 2020 auslaufen zu lassen.

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