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Gastbeitrag
Handel muss "Bastionen des sinnlichen Erlebens" bieten

Der Einzelhandel darf E-Commerce-Anbietern nicht auch noch Offline das Klingeln der Kassen überlassen: Was zu tun ist, weiß Heike Fortmann-Weyers von Mood Media.

Text: W&V Redaktion

15. November 2018

Heike Fortmann-Weyers, Sales Director bei Mood Media.
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Onlineriese Amazon tritt auch zu Konkurrenz zu stationären Händlern. Der stationäre Handel muss auf diesen Vorstoß reagieren, um in seiner eigenen Paradedisziplin nicht ins Hintertreffen zu geraten. Technik ist dabei nicht Feind, sondern Freund. Ein Appell von Heike Fortmann-Weyers, Sales Director bei Mood Media*.

Alle Jahre wieder suchen Kunden bei ihren Weihnachtseinkäufen auf allen Kanälen nach besonderen Erlebnissen. Die Einkaufswelten verschmelzen. Onlinehändler eröffnen stationäre Geschäfte, während der traditionelle Handel diverse Allianzen im Onlinehandel schmiedet, beispielsweise in einer der umsatzträchtigsten Branchen zu Weihnachten überhaupt: der Spielzeugbranche.

Besonders der stationäre Spielwarenhandel kämpft schon lange mit niedrigen Margen und hat es verpasst, dem Wettbewerb des Onlinehandels rechtzeitig zu begegnen. So ermutigend es ist, dass der Spielwarenverbund Vedes jetzt mit seinen dezentralen Onlineshops unter Vedes.com das gesamte Warenangebot aller Handelspartner auf einer zentralen Plattform zusammenfasst - doch wird dem stationären Händler derzeit einiges abverlangt.

Der weltweit größte Onlineretailer, Amazon, führt uns aktuell sehr anschaulich vor Augen, wie man das wichtigste Einkaufserlebnis des Jahres, das Weihnachtsgeschäft, emotional auflädt: stationär. Mit einem Pop-up-Store voller überraschender Elemente. Damit greift der E-Commerce-Anbieter in das eigentliche Kompetenzgebiet des stationären Handels, das Schaffen von individuellen Erlebniswelten, ein.

Weihnachts-Shopper werden den neuen Store des Onlinehändlers in Berlin definitiv besuchen, und das nicht nur, weil der Weihnachtsmann die Wunschlisten der Kinder entgegennimmt. Vor allem auch deshalb, weil die Digitalisierung vor Ort spielerisch und kreativ für neue und spannende Einkaufserlebnisse genutzt werden kann.

Technik zum Nutzen der Kunden einsetzen

Das meiste davon ist gar nicht so futuristisch, wie es sich zunächst anhört. Kunden können hier an fünf Tagen per QR-Code die Geschenke direkt bestellen, ihnen werden tagtäglich neue Geschenkideen im Pop-up-Store präsentiert.

Wie dieses Beispiel eindrucksvoll zeigt, können Marken durch den Einsatz von Technologien maßgeblich die Kundenbindung und -betreuung auch im stationären Geschäft effektiv gestalten. Technologische Fortschritte wie interaktive Digital-Signage- oder mobile Lösungen stehen auch den traditionellen Händlern zur Verfügung; sie haben das Potenzial, den Einzelhandel entscheidend zu verändern.

Wenn sie sinnvoll und nutzerfreundlich eingesetzt werden. Sehen wir den Zulauf der Onlinehändler ins stationäre Geschäft positiv: Die Attraktivität der Innenstädte nimmt wieder zu und der traditionelle Handel wird zum Umdenken animiert. Zukünftig wird er sich noch schneller als bisher der technischen Neuerungen annehmen, um in der Masse an Shopping-Angeboten nicht unterzugehen.

In Zeiten von steigenden Onlineumsätzen werden die stationären Geschäfte zu Bastionen des sinnlichen Erlebens; überlassen wir diese nicht auch noch den Onlineshops.

*) Mood Media, Hamburg, hat sich auf "Instore Medien" spezialisiert. Dabei geht es darum, mithilfe von Klang, Duft, Bild, aber auch Digital Signage und Mobile emotionale Einkaufserlebnisse zu gestalten, die sich auf die Kaufbereitschaft positiv auswirken. Die Unternehmenszentrale sitzt in Austin, Texas.

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