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Persönliche Daten geleakt
Massiver Hackerangriff via Twitter auf Politiker und Promis

Von Jan Böhmermann bis Frank-Walter Steinmeier: Via Twitter sind ihre privaten Daten wie Handynummern, Adressen, Ausweise, Briefe oder Kreditkarteninfos veröffentlicht worden.

Text: W&V Redaktion

4. Januar 2019

Betroffen von Twitter-Leaks: ZDF-Moderator Jan Böhmermann.
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Die massenhafte Veröffentlichung teils sensibler Daten, die von Politikern, Parteien und Prominenten stammen sollen, sorgt bundesweit für Aufregung. Diverse Nachrichtenmedien berichten, dass große Mengen persönlicher Daten und Dokumente über Twitter veröffentlicht worden.

Wer für die Veröffentlichung verantwortlich ist und welche Motivation dahintersteckt, war am Freitagmorgen noch unklar. Auch ob alle Daten authentisch sind, war zunächst offen. Der Inhaber des genannten und inzwischen gesperrten Twitter-Accounts @_0rbit mit knapp 18.000 Followern mit Sitz in Hamburg beschreibt sich selbst mit Begriffen wie Security Researching, Künstler, Satire und Ironie.

Die Dokumente wurden den Berichten zufolge bereits vor Weihnachten über Twitter auf einer Art Adventskalender über mehrere Tage hinweg verbreitet und blieben zunächst weitgehend unbemerkt - bis Donnerstagabend.

Wer betroffen ist

Die Liste ist rund 25 Tweets lang -  alle im Bundestag vertretenen Parteien mit Ausnahme der AfD sind dort vertreten. Es wurden nicht nur Daten von Politikern und Parteien veröffentlicht, sondern auch von Bands, Moderatoren und Journalisten. Zu den Opfern zähle auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, heißt es.

Laut Bild sind vor allem Daten von CDU/CSU-Abgeordneten verbreitet worden; Daten wurden demnach auch bei SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel und Grünen-Chef Robert Habeck abgeschöpft. Betroffen sind des Weiteren Journalisten von ARD und ZDF und Promis wie Til Schweiger, Sido, Marteria, Casper, Jan Böhmermann, Oliver Welke und Youtuber LeFloid. Der letzte Tweet Ende Dezember bezieht sich auf den Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch.

Veröffentlicht wurden in erster Linie Handynummern und Adressen, aber zum Teil sehr persönliche Daten wie Personalausweise, Chats, Briefe, Rechnungen oder Kreditkarteninformationen.

In Einzelfällen seien sogar private Chats im Familienkreis und Kreditkarteninformationen von Familienmitgliedern ins Internet gestellt worden, berichtet unter anderem der RBB. Die Auswahl der Dokumente scheine willkürlich. Darunter befinden sich parteiinterne Briefe, Mitglieder- oder Adresslisten, die zum Teil mehrere Jahre alt sind.

Seit Donnerstag beschäftigt die Causa die Partei- und Fraktionsführungen. "Wir sind seit gestern Abend mit dem Thema befasst und kümmern uns darum, unsere Leute zu informieren", sagte ein Sprecher der SPD am Freitag auf Anfrage der dpa in Berlin. "Ansonsten ist das natürlich eine Sache für die zuständigen Behörden. Wir stehen mit ihnen in Kontakt, die Behörden wurden von uns informiert."

ps/mit dpa

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