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UDG
SEO-Check: Hat Apollo den Durchblick?

United Digital Group testet für W&V die SEO-Performance bekannter Webseiten. In diesem Check untersucht die Agentur die Webseite des Optikers Apollo. 

Text: W&V Redaktion

21. September 2018

So schneidet Apollo.de ab.
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Auf den ersten Blick machen viele Webseiten einen gelungenen Eindruck. Doch wie sieht es bei der Optimierung für die Suchmaschinen aus, die nur Experten beurteilen können? Um das herauszufinden, analysiert Mathias Sieg* von UDG United Digital Group für die W&V regelmäßig die SEO-Performance bekannter Webseiten.

Apollo ist eines der größten und bekanntesten Augenoptiker-Unternehmen Deutschlands: 1972 gegründet gehört die Firma seit zwanzig Jahren zum internationalen Optikerkonzern GrandVision. Mit mehr als 800 Geschäften verfügt Apollo über die höchste Filialdichte unter den Optikern in Deutschland und lockt vor allem mit günstigen Preisen. Das Unternehmen bietet mittlerweile auch ein großes Portfolio an Online-Dienstleistungen: Kunden können Brillen im Internet bestellen und in einer der Filialen anpassen lassen – die Terminvereinbarung erfolgt über die Website.

Auf dem deutschen Markt sieht sich Apollo vor allem mit einem Wettbewerber konfrontiert, der auch über ein dichtes Filialnetz verfügt: Fielmann. Hinzukommen große Online-Optiker wie Mister Spex und Brille24. Trotz guter Online-Services kann sich Apollo jedoch in punkto Sichtbarkeit in Google, gemessen über Sistrix, nicht gegen die Konkurrenz behaupten:

Der Sicherbarkeitsindex.

Vor allem im Vergleich zu Fielmann gesehen ist dies ein erstaunliches Ergebnis, da dieser im Gegensatz zu Apollo keinen klassischen Online-Shop bietet, sondern lediglich eine Übersicht der Produkte und Dienstleistungen. Der folgende SEO-Check deckt Gründe dafür auf, warum Apollo sich nicht behaupten kann .

Beratung durch Extra-Inhalte

Im Bereich Content holt apollo.de 4,0 Punkte. Auf fast allen Kategorieseiten wie zum Beispiel Herrenbrillen oder Damenbrillen sind Texte in ausreichender Länge vorhanden, allerdings sind einige auch deutlich zu kurz. Insbesondere im Segment Kontaktlinsen schneidet Fielmann mit deutlich ausführlicheren Inhalten besser ab. Die Produktseiten weisen ebenfalls wenig Text auf und enthalten oft nur Stichworte.

Auf den Kategorieseiten zu den verschiedenen Brillentypen bieten die vorhandenen Inhalte Mehrwert und dienen auch als Kaufratgeber. Der Content ist dabei klar strukturiert. Ausführliche weiterführende Informationen finden sich im Ratgeber-Bereich. Und obwohl eine nutzerfreundliche Verknüpfung von den Kategorieseite in den Ratgeberbereich häufig fehlt, wird die Suchintention des Nutzers gut erfüllt.

Was sehr positiv auffällt: Zu jedem der drei großen Themen - Brillen, Sonnenbrillen, Kontaktlinsen - gibt es unter "Service & Beratung" ergänzende Inhalte wie beispielsweise einen Brillenberater. Außerdem wird ein Extra-Bereich mit Ratgeber-Themen inklusive Videos und Online-Magazin bereitgestellt.

Relevante Begriffe sind top platziert

Nicht ganz so gut schneidet Apollo mit 3,3 Punkten im Bereich Keywords ab. Die positive Nachricht zuerst: Eine Keyword-Strategie ist für apollo.de erkennbar. Startseite sowie Kategorie- und Produktseiten enthalten Überschriften und Texte mit relevanten Suchbegriffen wie Brillen, Sonnenbrillen, Kinderbrillen etc., die auch teilweise sehr gute Platzierungen in den Top Ten der Google-Ergebnisse erzielen.

Auch sind die zentralen Suchbegriffe und Produktnamen in den Titles, H1- und H2-Überschriften, ALT-Tags sowie den meisten Produkttexten implementiert. Da jedoch nicht für alle Seiten Texte vorhanden sind, besteht hier noch Potenzial. Zudem wirkt die Einbindung der Schlagworte für manche Texte unnatürlich und an der Grenze zum Keyword-Stuffing, was die Lesbarkeit negativ beeinflusst.

Relevante Keywords sind über die Hauptnavigation, das Drop-down-Menü sowie teilweise auch im Footer der Webseite verlinkt. Optimierungsbedarf hat die Seite allerdings noch im Bereich Fließtextlinks.

Unnötige Unterverzeichnisse

Bei der Suchergebnisdarstellung erzielt Apollo 3,7 Punkte. Titles sind für alle wichtigen Seiten vorhanden und halten die passenden Maximallängen ein. Anders sieht es jedoch bei den Descriptions aus: Einige werden aufgrund der überschrittenen maximalen Pixellänge verkürzt dargestellt oder von Google sogar vollständig ersetzt.

Die URLs sind größtenteils sprechend gestaltet. Auf Produktebene existieren jedoch teilweise URLs mit unnötigen Unterverzeichnissen. Produkte sowie die Organisation werden bereits per strukturierter Daten ausgezeichnet, damit diese in Rich Snippets ausgeliefert werden können. Negativ zu bewerten ist, dass keine Breadcrumb-Navigation implementiert ist, die dem Nutzer die Navigation auf der Website erleichtert.

Mobile Ladezeit zu lang

Im Technik-Bereich (4,0 Punkte) macht bei Apollo in Hinblick auf SEO vieles richtig: Die Seite ist mobil problemlos abrufbar und nutzbar. Die Ladezeit kann jedoch noch verbessert werden - die Seite schneidet bei Webpagetest.org sehr gut und bei den PageSpeed Insights allerdings nur mittelmäßig ab. JavaScript, Fonts und Image-Dateien benötigen die meisten Ressourcen – hier sollten Einsparpotenziale genau geprüft werden. Bedenklich ist zudem die mobile Ladezeit: Mit zehn Sekunden im 3G-Netz ist diese eindeutig zu lang. Der Quelltext ist nicht minimiert und enthält einige Inline-CSS und -JavaScript-Angaben sowie viel Whitespace. Insgesamt ist der Quellcode sehr aufgebläht und sollte übersichtlicher und schlanker gestaltet sein.

Keine hohe Backlinkqualität

Für das Backlink-Portfolio bekommt apollo.de 3,3 Punkte. Die Seite erhält 42.669 Links von 2.860 Domains und liegt damit deutlich hinter Fielmann mit 46.041 Links von 4.518 Domains. Auch hinsichtlich der Backlinkqualität hat Fielmann die Nase vorn. Bei beiden Anbietern ähnlich zu bewerten ist die Deeplinkratio. Hier konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden – sowohl bei Fielmann als auch bei Apollo weisen etwas mehr als die Hälfte der Backlinks auf die Startseite.

Wo Potenzial besteht 

Bei Technik und Content ist Apollo im SEO-Bereich bereits gut gerüstet. Eine akute technische Baustelle ist allerdings sicherlich die mobile Ladezeit, die einer genauen Analyse unterzogen werden sollte. Im Contentbereich sollte größerer Wert auf die Verknüpfung der Ratgeberinhalte mit dem Shop-Bereich gelegt werden, um den Kunden bestmöglich zu beraten. In den anderen drei Bereichen Keywords, Suchergebnisdarstellung und Backlinks besteht hingegen größeres Verbesserungspotenzial: Die Keyword-Implementierung sowie die interne -verlinkung können noch deutlich optimiert werden. Des Weiteren sollte vor allem bei den Descriptions darauf geachtet werden, die Maximallängen einzuhalten. In Bezug auf das Backlinkportfolio sollte zudem darauf geachtet werden, mehr auf Qualität und weniger auf Quantität zu setzen.

Zur Methodik: Untersucht wurde im August 2018 die Performance in der SEO anhand der fünf Hauptkriterien Content, Keywords, Darstellung in den Suchergebnissen, Technik und Backlink-Portfolio in jeweils drei Unterkriterien. In diesen werden jeweils bis zu fünf Punkte vergeben, deren Mittel dann die Punktzahl des Hauptkriteriums bildet. Deren Durchschnitt wiederum ergibt das Gesamtergebnis von maximal fünf Punkten.

*Über den Autor: Mathias Sieg hat nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre eine SEO-Agentur gegründet, die in der UDG United Digital Group aufgegangen ist. Als Geschäftsführer verantwortet er heute die Bereiche Suchmaschinenoptimierung (SEO), Analytics und Business Intelligence.

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