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Kreation des Tages
Sprachassistent*in Q ist die Stimme der Zukunft

KI hat kein biologisches Geschlecht. Also haben Copenhagen Pride und Virtue das Sprachprofil Q entwickelt, das zum Beispiel die Stimmen von Siri und Alexa ersetzen könnte.

Text: W&V Redaktion

13. März 2019

Die Visualisierung der KI-Stimme Q von Copenhagen Pride.
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Zu den Vorzügen, die digitale Technik - richtig eingesetzt - bringen kann, gehört die Gleichstellung: Dem Computer, der Künstlichen Intelligenz (KI), dem Internet ist es erst einmal egal, ob woher die Nutzer kommen, wie alt sie sind - oder ob sie männlich oder weiblich sind.

Galionsfigur dieser Unabhängigkeit von fleischlich-körperlichen Grenzen ist die KI. Und in ihrer Welt: der Sprachassistent. Und doch: Wer diesen nutzt, kommuniziert am Ende doch mit einer weiblichen oder männlichen Stimme - oft kann der Nutzer selbst entscheiden, was ihm lieber ist.

Wenn aber doch Siri oder Alexa keinen Körper haben: Wieso klingen sie dann wie Frauen? Diese Frage stellt die Organisation Copenhagen Pride, die sich für die Rechte von Homo- und Bisexuellen, Intersexuellen und Transpersonen einsetzt. 

Die Gesellschaft hat es hier schon weiter gebracht, so ist zum Beispiel in Deutschland nun möglich, sich als "divers" im Geburtenregister eintragen zu lassen. Die Technik hinke hier, so Copenhagen Pride, hinterher. Meist ist sie der gesellschaftlichen Entwicklung ja weit voraus ...

Darum haben sich Copenhagen Pride und die Entwickler von Virtue Nordics, Kopenhagen, selbst darum gekümmert, eine genderneutrale Stimme zu programmieren. Q ließe sich für jede Sprachassistenzfunktion aktivieren.

Virtue hat für die neutrale KI-Stimme fünf menschliche Stimmen aufgenommen, die nicht den typischen männlich oder weiblich charakterisierten Stimmmustern entsprechen. Mithilfe einer Software wurde dieser Mix in einen neutralen Frequenzbereich übertragen (145 Hz), der zwischen typisch männlicher Frequenz (80 Hz) und weiblicher Frequenz (220 Hz) liegt. 4600 Befragte aus ganz Europa ordneten die programmierten Stimmen auf einer Skala von 1 (männlich) bis 5 (weiblich), sodass Virtue die Stimme von Q so lange verfeinern konnte, bis sie im Versuch als geschlechtsneutral empfunden wurde.

Damit vermeide Q die Assoziation klassischer Stereotype, die Stimmen auslösen können. Und könne so Vorurteile verringern helfen. Denn: Helferinnen wie Alexa und Siri seien oft von Haus aus weiblich eingestellt. Sprachassistenten in Banking- und Versicherungs-Apps dagegen sind, so Copenhagen Pride, meistens männlich. Damit stecken die körperlosen KI-Stimmen direkt in Geschlechterklischees fest - und festigen diese weiter.

Virtue will nun die entsprechenden Bedingungen schaffen, die den Einbau von Q in sprachgesteuerte Geräte erlaubt. Und bereitet die Anwendung für weitere Gebiete vor, zum Beispiel Computerspiele, Bahn-Ansagen oder Kinos.

Die Schweizer Werbewoche zitiert Thomas Rasmussen, den Kommunikationschef von Copenhagen Pride: "Mit Q - einer neutralen Stimme ohne vorbestimmtes Geschlecht - möchten wir die Aufmerksamkeit führender Technologieunternehmen gewinnen, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten, und ihnen verdeutlichen, dass spezifische binäre Geschlechter viele Menschen ausschließen. Es geht darum, den Menschen Wahlmöglichkeiten und Optionen zu geben. Für mich geht es um Freiheit und Inklusion."

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