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Kreation des Tages
Statt Einsamkeit im Alter: Alexa zeichnet Lebensgeschichten auf

Im Rahmen einer Kampagne für den Energieversorger Stockholm Exergi erzählt Accenture Interactive die Lebensgeschichte älterer und einsamer Menschen in Stockholm - aufgenommen per Sprachassistent. 

Text: W&V Redaktion

6. Mai 2019

KI als Familienersatz: das Memory Lane-Projekt
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Accenture Interactive macht auf Einsamkeit im Alter aufmerksam und geht das Problem mit einem originellen Ansatz an: Der IT-Beratungsriese hat für den größten schwedischen Energieversorger Stockholm Exergi eine KI-Lösung entwickelt, die bislang noch nicht erzählte Geschichten insbesondere älterer Menschen für zukünftige Generationen einfangen, erhalten und damit einen sozialen Mehrwert bieten soll.

"Memory Lane" arbeitet mit der dialogorientierten künstlichen Gesprächsintelligenz des Google Voice Assistants und fordert Menschen dazu auf, ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Gleichzeitig hält der Sprachassistent die Geschichten für die Nachwelt in digitaler Form fest und kann diese in ein Buch oder einen Podcast übertragen. Die Lösung ist bereits in Haushalten in Stockholm im Einsatz und erste Geschichten sind bereits erzählt.

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Einsamkeit wird zum Gesundheitsrisiko

"Sprachtechnologien wurden bisher oft als nicht sehr menschlich wahrgenommen. Dieses Projekt zeigt, dass die Technologie dazu beitragen kann, Generationen zu verbinden und die Gesellschaft gesünder zu machen", erklärt Christian Souche, Direktor des Accenture Interactive Innovation Center. Ergebnisse einer von Accenture in Auftrag gegebene Studie zeigen einen Zusammenhang zwischen ungewollter Einsamkeit und Erkrankungen wie Depressionen oder Altersdemenz.  

"Wir wollen aktiv zur Verbesserung der Gesundheit älterer Menschen beitragen und gemeinsam einen Schritt in Richtung eines integrativeren und sozial nachhaltigeren Stockholms machen", ergänzt Thomas Gibson, Chief Marketing Officer bei Stockholm Exergi. Laut einer Untersuchung des Bezirksrats der schwedischen Hauptstadt leiden über 250.000 Stockholmer unter akuter Einsamkeit. Die meisten der Betroffenen seien ältere Menschen.

Software erstellt virtuelles Gedächtnis

Die Technologie hinter dem "Memory Lane"-Projekt wurde im Accenture Interactive Innovation Centre im französischen Sophia Antipolis entwickelt. Der Sprachassistent fragt persönliche Informationen ab und stellt den Zusammenhang zwischen verschiedenen Antworten her. Dadurch sei es dem Assistenten möglich, relevante Folgefragen zu stellen, erklärt das Unternehmen.

Anschließend analysiert die Software das Gespräch, um zum Kern des Themas zu gelangen und ein Erinnerungsdiagramm zu erstellen – eine Art virtuelle und strukturierte Version des Gedächtnisses einer Person. Damit soll die "Memory Lane" einzigartige Verbindungen zwischen den Informationen, die der Mensch mit ihr geteilt hat, schaffen.

Alle, die des Schwedischen mächtig sind, können den Geschichten hier lauschen.

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