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Umfrage
US-Bürger misstrauen Facebook

Bei der Mehrheit der Amerikaner überwiegt die Skepsis gegenüber den sozialen Medien. Die häufige Nutzung sehen sie als reine Zeitverschwendung.

Text: W&V Redaktion

9. April 2019

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Obwohl mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der US-Bürger mindestens einmal pro Tag auf Facebook, Twitter oder Instagram zugreifen, sagen sie zugleich, dass die Nutzung der sozialen Medien reine Zeitverschwendung sei. Dies geht aus einer gemeinsamen Umfrage von NBC News und Wall Street Journal hervor.

Diese negative Haltung gegenüber den sozialen Medien findet sich dabei in sämtlichen Bevölkerungsschichten – bei Städtern und Landbewohnern, Frauen und Männern, Anhängern der Demokraten und der Republikaner.

Besonders was die Frage des Schutzes ihrer persönlichen Daten anbelangt, zeigen sich die US-Bürger skeptisch: 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie speziell Facebook in dieser Hinsicht nicht trauen. Dieser Wert liegt deutlicher höher als beispielsweise bei Google (37 Prozent), der US-Bundesregierung (35 Prozent) oder Amazon (28 Prozent).

"Die sozialen Medien – und insbesondere Facebook – haben einige ernste Probleme, wie die Umfrage zeigt", sagt Micah Roberts vom Meinungsforscher Public Opinion Strategies, der den Republikanern nahesteht. Das Institut führte die Studie gemeinsam mit dem Konkurrenzunternehmen Hart Research Associates durch, das wiederum den Demokraten nahesteht.

"Wenn Amerika den sozialen Medien eine Bewertung wie auf dem Bewertungsportal Yelp geben würde", so Roberts weiter, "dann würde eine Mehrheit null Sterne vergeben."

Soziale Medien spalten die Nation

Eine deutliche Mehrheit (57 Prozent) der US-Bürger stimmt zudem der Aussage zu, dass Facebook und Twitter mehr dazu beitragen, die Nation zu spalten. Ein gutes Drittel (35 Prozent) ist dagegen der Ansicht, dass die beiden Social-Media-Sites eher dazu beitragen, die Nation zusammenzubringen.

Ebenfalls eine klare Mehrheit (55 Prozent) ist der Meinung, dass die sozialen Medien dazu beitragen, Lügen und Falschaussagen zu verbreiten. Ein knappes Drittel (31 Prozent) stimmt dagegen der Aussage zu, dass sie vor allem Nachrichten und Informationen verbreiten.

Den höchsten Zustimmungswert (82 Prozent) erhielt in der Umfrage allerdings die Aussage, dass die häufige Nutzung der sozialen Medien Zeitverschschwendung sei. Lediglich 15 Prozent stimmten der gegenteiligen Aussage zu, dass sie dazu beitragen, die Zeit gut zu nutzen.

Amerikaner bleiben optimistisch

Trotz dieser reservierten Haltung gegenüber den großen Social-Media-Plattformen sind die US-Bürger hinsichtlich neuer Technologien weiterhin recht optimistisch. So stimmen 59 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass neue Technologien mehr Vorteile als Nachteile haben, weil sie Produkte und Services günstiger und effizienter machen.

Ein gutes Drittel (36 Prozent) ist dagegen der Meinung, dass die neuen Technologien mehr Nachteile als Vorteile bringen, weil durch sie Arbeitsplätze verloren gehen und Menschen durch Computer und Roboter ersetzt werden.

Gespalten zeigt sich die Nation allerdings bei der Frage, ob die US-Regierung große Technologiekonzerne wie Apple, Google, Amazon oder Facebook in kleinere Unternehmen zerschlagen solle: 47 Prozent würden einer solchen Maßnahme zustimmen, 50 Prozent sprechen sich gegen ein solches Vorhaben aus.

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