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Endspurt im EU-Wahlkampf
Wahlaufruf: Diese 70 YouTuber solidarisieren sich mit Rezo

Nicht nur Rezo liegt der Klimawandel am Herzen, sondern auch YouTubern wie Julien Bam, Dagi Bee und LeFLoid. In einem eindringlichen Appell rufen sie zur Europawahl auf - und bashen die Altparteien CDU und SPD. 

Text: W&V Redaktion

24. Mai 2019

Julien Bam ist einer der zahlreichen Youtuber, die sich hinter Rezo stellen.
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Nach seinem viel diskutierten Anti-CDU-Video bekommt Rezo viel Unterstützung aus der YouTuber-Szene. Auf dem YouTube-Kanal des 26-Jährigen tauchte am Freitag ein knapp dreiminütiges neues Video mit dem Titel ""Ein Statement von 70+ YouTubern" auf. Der Clip beginnt mit einer Ankündigung von Rezo: "Dies ist ein offener Brief, ein Statement". Im Anschluss kommen nacheinander rund 30 andere YouTuber zur Wort, die eine Erklärung verlesen, die auch als Text unter dem Video zu sehen ist.

Sie gehen vor allem auf das Thema Klimawandel ein und betonen, wie überragend wichtig sie dieses Politikfeld finden, und fordern ein radikales Umsteuern. Am Ende heißt es darin unter anderem: "Wählt nicht die CDU/CSU, wählt nicht die SPD. Wählt auch keine andere Partei, die so wenig im Sinne von Logik und der Wissenschaft handelt und nach dem wissenschaftlichen Konsens mit ihrem Kurs unsere Zukunft zerstört. Und wählt schon gar nicht die AfD, die diesen Konsens sogar leugnet." Angehängt ist eine "Liste von Unterzeichnern". Darin tauchen einige der reichweitenstärksten YouTuber auf wie Julien Bam, Dagi Bee oder LeFloid.

Andere Parteien neben CDU, CSU, SPD und AfD werden in dem Statement nicht genannt. Die Zerstörung des Planeten sei kein abstraktes Szenario sondern das berechenbare Ergebnis der aktuellen Politik, heißt es weiter. "Das behaupten nicht wir, sondern das ist der unfassbar große Konsens in der Wissenschaft. Die Experten sagen deutlich, dass der Kurs von CDU/CSU und SPD drastisch falsch ist (...)"

Bereits in der ersten Stunde nach dem Hochladen erreichte das Video mehr als 250.000 Reichweite und mehr als 8000 Menschen kommentierten es.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte bei "t-online.de" zu dem neuen Video: "Egal, ob auf Youtube oder anderswo, Klimaschutz geht uns alle an", die CDU stehe zum Klimaschutz und zum Pariser Abkommen. Zuvor hatte sie im Interview mit "Focus Online" die Klimapolitik ihrer Partei gegen die Angriffe von Rezo verteidigt.

Die AfD, von deren Wahl die YouTuber in ihrem Video abraten, reagierte gelassen: "In zehn Jahren wählen die YouTuber, die es zu einem richtigen Job, einer Familie und vielleicht sogar einer Eigentumswohnung gebracht haben, die AfD", sagte ein Parteisprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Das Video von Rezo, das die Kontroverse ausgelöst hat, ging am vergangenen Wochenende online und kommt inzwischen auf 7,5 Mio. Views. Der YouTuber wirft den Christdemokraten unter anderem vor, beim Klimawandel untätig zu sein, Politik für Reiche zu machen und "krasse Inkompetenz" beim Thema Urheberrecht und Drogenpolitik an den Tag zu legen. Seine Behauptungen untermauert er mit Studien sowie Publikationen von Stiftungen und Medien. Eigenen Angaben zufolge habe er mit seinen Mitarbeitern Hunderte Stunden in die Recherche und Produktion des Videos investiert.

Die CDU hatte lange mit der Frage gerungen, wie sie auf das provokante Video reagiert. Nach ersten abweisenden Reaktionen hatte Generalsekretär Paul Ziemiak am Donnerstag schließlich Rezo zum Gespräch eingeladen. Eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bei Rezo, ob er auf das Angebot eingeht, blieb auch am Freitag weiter unbeantwortet.

am/dpa

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