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Vier Gründe:
Warum Strava ein Exempel für Social Media der Zukunft ist

Mit einer Million Nutzer in der DACH-Region wird Strava zum ernst zu nehmenden ­Social-Media-Network. Denn bei der App für Sportler ist einiges anders: 

Text: W&V Redaktion

17. Oktober 2018

Im Juli startete Strava die globale Kampagne #GiveKudos, die die Vorteile gegenüber klassischen Netzwerken hervorheben soll: Authentizität, positiver Spirit, Vertrauen.
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Ein Leben ohne Social Media ist inzwischen undenkbar. Doch der Markt wandelt sich: Die Fans vom Platzhirschen Facebook werden immer weniger. Und Googles Netzwerk Plus hat erst gar keine große Reichweite aufbauen können und stellt daher den Betrieb ein.

Stattdessen wachsen themenspezifische Portale immer weiter: Allen voran die Business-Angebote von Linkedin und Xing. Auch die Bewertungplattform Tripadvisor wagt den Schritt in die sozialen Medien und entwickelt sich zur Social-Media-Reise-Community

Ein weitere Bespiel für Social Media in der Nische ist die App Strava, die sich ausschließlich auf Sportler, vom Gelegenheitsjogger bis zum Tour-de-France-Sieger fokussiert. Seit 2009 posten die Mitglieder ihre Aktivitäten, fügen Fotos und Kommentare hinzu, verabreden sich zu Lauftreffs, fachsimpeln über die besten Fitnesstracker und motivieren sich mit Kudos – so heißen die Likes bei Strava.

Größeres Netzwerk, gehemmtere Nutzer

33 Millionen Mitglieder aus knapp 200 Ländern gehören inzwischen der Community. Das Wachstum ist beeindruckend: Jeden Monat kommen rund eine Million hinzu. In der DACH-Region sind inzwischen eine Million Nutzer angemeldet. Die breite Masse anzusprechen, ist trotz schnellem Wachstum nicht das Ziel von CEO James Quarles, der zuvor für sechs Jahre für Facebook und Instagram gearbeitet hat.

James Quarles, CEO bei Strava

Er fühlt sich mit Strava in der Nische sehr wohl. „Ich habe beobachtet, dass viele nicht mehr aktiv Inhalte teilen, wenn die Posts in ihrem Feed zu professionell werden“, sagt er. „Je größer und allgemeiner die Netzwerke werden, umso gehemmter werden die Nutzer.“ Vier Gründe, warum das Modell Strava eine Blaupause für andere Nischen-Plattformen sein könnte:

1. Echtheit

Während kaum ein Instagram-Nutzer ohne Filter auskommt und man Echtheit oft vermisst, sind Strava-Posts von Natur aus authentisch. Man muss sich bewegen und mit App die Aktivität aufzeichnen, bevor man sie postet. Das kann man nicht faken. Wimperntusche verschmiert, Matsch im Gesicht, kein blauer Himmel fürs Foto? Egal. Nur der Einsatz zählt. 

2. Motivation

Strava ist bis heute ein positiver Ort. Es gibt keine Hater oder Shitstorms. „Statt Negatives zu schreiben, motivieren sich die Nutzer“, sagt Quarles. Laut einer Umfrage haben 83 Prozent der Mitglieder durch die Nutzung der App mehr Motivation für Sport. 47 Prozent sagten, die Community hätte ihnen geholfen, sich im eigenen Körper wohler zu fühlen. 

3. Mehrwert

Klassische Anzeigen sind auf Strava tabu. Stattdessen können Marken die Nutzer zu Challenges ­animieren - und dafür Incentives verteilen. Oder sie gründen einen Lauftreff. In Zukunft will Strava noch mehr Sponsoren-Möglichkeiten schaffen. "Wichtig ist uns aber, dass das Marketing ­immer individuell und relevant für die Aktivitäten ist und einen Mehrwert für die Mitglieder bietet“, sagt Quarles. 

4. Finanzierung

Diese Strategie ist nur möglich, weil sich Strava in erster Linie durch zahlenden Premiummitglieder finanziert. Die zweitgrößte Quelle: Strava verkauft die anonymisierten Bewegungsdaten der Nutzer an Städteplaner, die anhand der Daten ihre Rad- und Fußwege optimieren. 130 solcher Kunden hat das Unternehmen mit seinen Heatmaps unterstützt. Marketing ist erst die drittwichtigste Einnahmequelle.

Die komplette Geschichte hinter Strava inklusive der Marketingstrategie des kalifornischen Techunternehmens lesen Sie in Ausgabe 42 der W&V. Hier  geht's zur Bestellung. 

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