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Protestaktion
Was uns KI über Propaganda verrät

Sie wirkt! Der freie Fernsehsender Dozhd hat das für Russland bewiesen. Und hat dafür eigens eine KI programmiert. Die Aktion zeigt, wie manipulativ Medien sein können.

Text: W&V Redaktion

3. Mai 2019

Russlands Präsident Wladimir Putin bestimmt die Inhalte im Staatsfernsehen. Ein Screenshot aus dem Video von Dozhd.
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Propaganda versus Nachricht. Um zu beweisen, wie falsch die Dinge im eigenen Land laufen, haben Russlands unabhängiger TV-Sender Dozhd ("Regen") und die inhabergeführte Agentur Voskhod aus Ekaterinburg ein Experiment mit KI gestartet.

Dafür haben sie zwei Intelligenzen gleich programmiert, dann hat man sie auf die Nachrichtenprogramme Russlands losgelassen. Die eine KI musste den Staatssender "Russia 1" schauen, die andere "Dozhd". Sechs Monate lang.

Ein halbes Jahr Staatsfernsehen

Eine Menge Technologie half, Terrabites von Informationen zu verarbeiten. Nach dem halben Jahr konnten die Menschen beiden KIs Fragen stellen. Dabei nutzten die Maschinen nur das Wissen und Vokabular der Fernsehprogramme, die sie gesehen hatten. Was dabei rauskam? Sehen sie selbst:

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Auf die Frage: "Wer sind Russlands größte Feinde?" lautete die Antwort der KI "Russia 1": "Die Opposition, Rentner und Angestellte des öffentlichen Sektors." Und die der KI "Dozhd"? Ganz anders: "Internationale Isolation, das Stigma eines terroristischen Staates, Korruption".

Oder noch besser: "Was ist Gender Equality?" Russia 1: "Demokratische Werte nach US-Vorstellung", Dozhd: "Ziemlich wichtig". Und so ging das weiter.

Gehirnwäsche im Fernsehen

Der Film dazu machte im russischen Netz die Runde. Über 14 Mio. Media Impressions generierte die Kampagne. Und 2,5 Mio. Fragen konnten die Bürger des Landes den beiden Intelligenzen stellen. Es war eine breitenwirksame Aktion für den Sender und die Demokratie im Land. 93 Prozent der Abstimmenden mochten übrigens die Antworten der KI "Dozhd" lieber. Und haben verstanden: "Wir sind, was wir schauen!"

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