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Nohate
Welche Themen die Internet-Nutzer aufregen

Die Nohate-Initiative hat untersucht, welche Themen die Gemüter der Social-Media-Nutzer erhitzen: Migration, Religion, Feminismus und Fußball sind ganz vorn dabei.

Text: W&V Redaktion

22. Januar 2019

Marc Trömel, Geschäftsführer von Vico Research & Consulting.
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Mit der anhaltenden Diskussion um Migration haben in den vergangenen Jahren Hass-Kommentare im deutschsprachigen Netz deutlich zugenommen. Doch nicht nur Flüchtlinge sind davon betroffen. Auch andere Themen wie Feminismus und Fußball erhitzen die Gemüter der Social-Web-Nutzer gewaltig. Das sind die ersten Ergebnisse des vom Bund geförderten Nohate-Projektes zur Analyse von Hass-Kommentaren im Netz.

An dieser Initiative sind unter anderem Social-Media-Monitoring-Dienstleister, das Marktforschungsinstitut Vico Research & Consulting, die Freie Universität Berlin und die Beuth Hochschule für Technik beteiligt. Nohate startete im Oktober 2017 und soll bis zum Herbst 2020 laufen. Im ersten Schritt wurde unter anderem eine qualitative Interview-Reihe unter Online-Moderatoren, -Journalisten und Community-Manager von 20 deutschsprachigen Medien durchgeführt.

Neben Inhalten, die sich mit Flucht, Migration und Religion, insbesondere dem Islam, befassen, werden demnach auch Berichte über Kriminalität, Feminismus, Fußball, Impfen, Rente, Verkehr und Kinderbetreuung oft mit hasserfüllten Beiträgen versehen.

Zudem fanden das Forscherteam heraus, dass sich Hass-Kommentatoren häufig nicht auf den eigentlichen Post selbst beziehen. Daher sei ein frühes und aktives Eingreifen von Moderatoren sowie das Loben von konstruktiver Kritik gefragt, um diese Form der Kommunikation zu unterbinden, sagt Nohate.

"Den Betreibern betroffener Online-Angebote fällt es oft schwer, schnell und richtig auf Hass-Kommentare zu reagieren. Für uns ist es nun eine Möglichkeit im Rahmen des Nohate-Projektes ein Teil der Lösung dieses Problems zu sein. Wir sind uns sicher, in den nächsten zwei Jahren eine ausgereifte Software entwickeln zu können, durch die die Kommunikation im Netz wieder angenehmer wird", so Marc Trömel, Geschäftsführer von Vico Research & Consulting. Der Marktforscher wird laut eigenen Angaben für das Projekt digitale Verfahren und Datenquellen für das Auffinden, die Archivierung und Indizierung von Onlinequellen bereitstellen. Außerdem wird Vico Schnittstellen zu computergestützten Verfahren schaffen, die von den Projektpartnern entwickelt werden und sehr große Datensätze analysieren sollen.

Das Ziel der Bemühungen ist die Schaffung einer automatisierten Analyse von Hass-Kommunikation in Sozialen Medien, Online-Foren und Kommentarbereichen in Echtzeit, um Betreibern von entsprechenden Online-Angeboten wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für eine deeskalierende Moderation zu geben. Nohate wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

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