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Adobe-Mobile-Studie
Werbung darf sich nicht allein auf Mobile verlassen

Ja, die Menschen hängen gefühlt ständig am Smartphone. Allerdings ist, zumindest in Deutschland, der PC noch immer relevant. Das geht aus einer Studie von Adobe hervor.

Text: W&V Redaktion

28. Februar 2019

Auf dem Handy was nachschauen, während am Computer gearbeitet wird: Multiscreening.
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Mit dem Siegeszug der Smartphones kam es für Mobile Marketing zu einem enormen Wachstum. Und doch warnt Softwareriese Adobe davor, sich als Werbungtreibende zu sehr auf Mobile zu verlassen. Nicht zuletzt deshalb, weil gut drei Viertel der Deutschen finden, dass sie irrelevante Informationen bekommen - und sich einer von drei deutlich gegen Werbung per Push-Nachricht ausspricht. 57 Prozent wünschen sich weniger aufdringliche Werbung.

Zu diesem Ergebnis kommt die "Adobe Mobile Marketing Studie 2019", für die das Institut Advanis je 1000 Smartphone-Besitzer in Deutschland, USA, Großbritannien, Frankreich, Brasilien, Mexiko, Australien & Neuseeland, Japan und Indien befragt hat. Je rund ein Drittel der Befragten gehören dabei den Altersgruppen Babyboomer (geboren vor 1965), Generation X (1966-1980) und Generation Y (80er- und 90er-jahre) an. Generation Z ist mit 54 deutschen Teilnehmern deutlich unterrepräsentiert (weil: teilweise zu jung mit 7 bis 22 Jahren; gerechnet wurde ab 18 Jahren).

Computer sind weiter beliebt

Von deutschen Nutzern wird der Computer noch immer intensiv und gern genutzt. Für Arbeit und Schule, aber auch privat daheim. Zu Hause benutzen 48 Prozent den PC oder Laptop, 32 Prozent das Smartphone - weltweit greifen hier 40 Prozent zum Mobilgerät.

Bei der Arbeit und in der Schule kommt nach Einschätzung der Befragten fast die Hälfte des Tages über ein PC zu Einsatz. Rund 22 Prozent des Arbeitstages greifen die Nutzer nach eigenen Angaben zum Smartphone, 6 Prozent der Zeit wird mit dem Tablet gearbeitet.

Unverzichtbar ist das Smartphone dennoch für viele: 38 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass es eine "große Entbehrung" bedeuten würde, zwei Wochen lang darauf zu verzichten. Diese Quote steigt, je jünger die Befragten sind: In der Generation Y zwischen Anfang 20 und Mitte 30 sind es 40 Prozent, in der Gen Z unter 22 Jahren fast jeder Zweite.

Nur etwa vier von zehn Befragten aller Altersstufen wünschen sich ein Allroundgerät, um alles zu erledigen. Aber: Wenn sie einmal auf einem Gerät zugange sind, etwa beim Buchen einer Reise oder beim Einkaufen, dann bleiben sie dabei. Nur einer von zehn Deutschen wechselt während der Aktivität von einem Gerät zum anderen, um dort etwa die Hotelsuche oder den Chat fortzusetzen.

Second und third Screens

Dass ein Allrounder für viele Deutsche keinen Sinn hat, ergibt sich daher eher aus dem Befragungsergebnis, dass die Hälfte von ihnen (49 Prozent) parallel mehrere Dinge auf mehreren Apparaten erledigen - das schließt aber Fernsehschauen mit ein, umfasst also die Nutzung der Second Screens. Am häufigsten nutzen junge Menschen zwei oder mehr Geräte gleichzeitig: Zwei Drittel der jungen Deutschen der Gen Z und Y surfen oder chattet beispielsweise via Smartphone, während am PC ein Film gestreamt wird oder nach Klamotten gestöbert. Über alle Altersgruppen tut das rund die Hälfte.

Bei der täglichen Nutzung ihrer Smartphones ziehen die meisten Deutschen den mobilen Browser vor. App vor Website gilt nur bei der Bestellung von Essen (28 vs. 26 Prozent) und Taxis (24 vs. 21 Prozent). Wer für den nächsten Urlaub oder die Dienstreise recherchiert, nach Elektrogeräten stöbert, Bankgeschäfte tätigt, Klamotten kauft, Waren zurücksendet oder eine Bedienungsanleitung sucht, der tut das vor allem im Mobile Browser.

Mehr Streamen, mehr Wearables

Die Nutzung verschiedener Dienste via Smartphone steigt weiter an. 38 Prozent der Befragten nutzen heute häufiger Kartendienste als vor zwei Jahren, 37 Prozent scannen oder fotografieren heute häufiger Dokumente, mehr Mobile Banking betreiben 27 Prozent.

30 Prozent geben an, mehr als noch 2017 auf Sprachassistenten zurückzugreifen, wenn sie Mails und Nachrichten verfassen - allerdings nutzen zwei Drittel der Deutschen selten oder nie Sprachassistenten. Die Nutzer sind vor allem die 18- bis 22-Jährigen: Ein Viertel von ihnen benutzt Sprachbefehle häufig/regelmäßig. Ebenfalls ein Viertel aller Befragten kann sich aber vorstellen, Smart Speaker und Home Assistants künftig vermehrt im Alltag einzusetzen.

Weitere Trendthemen der jungen Nutzer: 41 Prozent der Gen Z wollen in den nächsten zwei Jahren Wearables, zum Beispiel Smart Watches, verstärkt benutzen. 52 Prozent sagen das über "Home Entertainment Streaming Devices", also alle Streaming-Hilfsmittel vom Smart TV über Apple TV bis zum Amazon Fire TV Stick. 44 Prozent gehen davon aus, künftig Digital Displays stärker zu nutzen - das sind vor allem Screens im öffentlichen Raum. (W&V Online/&sh

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