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ZAW-Stellenanalyse
Arbeitslosigkeit in der Werbung auf Rekordniveau

Die Corona-Pandemie hat äußerst negative Auswirkungen auf das Jobangebot im Werbesektor. Während die Zahl der offenen Stellen stark abgenommen hat, steigt die Arbeitslosigkeit auf einen Höchststand. 

Text: W&V Redaktion

25. Februar 2021

Mehr Arbeitslose, weniger offene Stellen: In der Werbebranche kriselt es massiv.
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Die Corona-Pandemie hat den Arbeitsmarkt in der Werbebranche voll erwischt, wie die aktuelle ZAW-Stellenanalyse zeigt. Danach ging die Anzahl der Jobangebote 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent zurück, während gleichzeitig die Anzahl der Arbeitslosen im Bereich Marketing und Werbung im Dezember mit 30994 ein neues Allzeithoch erreichte. Von Juni bis November stieg die Zahl der Menschen ohne Arbeit in der Branche durchgängig Monat für Monat um 40 bis 42 Prozent, im Dezember war der Zuwachs mit 38 Prozent zumindest prozentual ein wenig kleiner. Seit der Einführung der Klassifikation Werbung und Marketing im Jahr 2010 war die Anzahl der Arbeitslosen in diesem Sektor nie höher als derzeit. Und auch im Vergleich zum Anstieg der Arbeitslosigkeit insgesamt sieht die Werbebranche nicht gut aus, denn Branchenübergreifend ist "lediglich" ein Anstieg zwischen 28 Prozent im Juni und 22 Prozent im Dezember zu verzeichnen gewesen.      

Weniger offene Stellen und neuer Lockdown 

Ein Blick auf die offenen Stellen zeigt, dass auch dieser Bereich alles andere als gut aussieht. Um insgesamt 35 Prozent sank die Zahl der Stellenangebote 2020 im Vergleich zum Vorjahr, wobei der Rückgang bei Geschäftsführerstellen (-68 Prozent), Art-Direktoren (-56 Prozent), Gestaltern visuelles Marketing (-54 Prozent) sowie Grafikern und Mediendesignern (-53 Prozent) am größten war. Im Bereich Content-Experten war der Rückgang der Stellenangebote mit zwei Prozent am niedrigsten, ein Plus ist nirgends zu beobachten. Lediglich im Dezember stieg die Anzahl der offenen Stellen um 24 Prozent an, der ZAW sieht den Gründe hierfür eine seit Sommer leicht verbesserte Konjunkturlage sowie das anziehende Weihnachtsgeschäft, wobei der erneute Lockdown den kleinen Stellenaufschwung prompt wieder abwürgte.

Unterm Strich liegt die Zahl der Stellenangebote mit 5047 immerhin noch über denen aus den Jahren 2015 und davor, wie die nachfolgende Grafik zeigt. Bei den Werbeagenturen war der Rückgang der Jobangebote übrigens weitaus größere als der bei werbenden Firmen und bei den Medien. Kurzarbeit war auch in der Werbebranche ein großes Thema: 61 Prozent der ZAW-Mitglieder machten von diesem Werkzeug Gebrauch. 

Wie es mit dem Jobmarkt weiter geht, ist derzeit für den ZAW schwer zu sagen. Der Konsumklimaindex der GfK sieht beispielsweise für Februar einen Wert von minus 15,6 Prozent voraus, was im Vergleich zum Januar nochmals eine deutliche Verschlechterung bedeutet. "Die negativen Arbeitsmarktdaten der Werbewirtschaft in 2020 sind sicherlich keine Überraschung und im Zusammenhang mit den Aufs und Abs der gesamtkonjunkturellen Entwicklung vor allem in den Lockdown-Monaten einzuordnen. Werbebudgets und Beschäftigungssituation können sich 2021 rasch steigern beziehungsweise erholen, die Monate ohne Lockdown und hier vor allem der Sommer 2020 haben die raschen und flexiblen Reaktionen der Werbebranche gezeigt. Genauere Prognosen zum Werbemarkt sind angesichts der Ungewissheit in der Wirtschaft jedoch kaum möglich. Die teilweise inkohärente Herangehensweise und Kommunikation von Bund und Ländern trägt wesentlich zur Unsicherheit bei," kommentiert ZAW-Präsident Andreas F. Schubert. Laut GWA-Geschäftsführer Ralf Nöcker hat derweil weniger als die Hälfte der GWA-Mitglieder das Personal reduziert oder plane dieses. Die übrigen habe die Mannschaft gehalten oder sogar aufgestockt und teils werde weiter händeringend nach Talenten gesucht. "Der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern bleibt auch in der aktuellen Krise und erst recht darüber hinaus ein ernstes Thema für die Agenturbranche," so Nöcker weiter.  

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