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Standortstudie
Berlin: Für Digital-Talente der "Place to be"

Ob Berliner Bär, Mauer, Startup-Szene, Freiheit, Kreativität oder Chaos - Berlin steht für vieles. Aber steht die deutsche Hauptstadt ausgerechnet auch für Technologie und Künstliche Intelligenz? Ja, sagt eine aktuelle Studie von Linkedin.

Text: W&V Redaktion

12. September 2019

Die Hauptstadtregion Berlin hat sich zum führenden Standort für Technologie und Künstliche Intelligenz entwickelt.
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Kaum eine andere Stadt in Deutschland entwickelt sich so rasant: 30 Jahre nach dem Mauerfall steht Berlin für Veränderung und Wachstum und gilt als der Startup-Hotspot der Republik. Doch die Metropole an der Spree kann auch mehr als "nur" hip, cool und kreativ zu sein: So hat sich die Bundeshauptstadt inzwischen auch zu einem der wichtigsten Standorte für Technologie und Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt. Das zeigt eine aktuelle Auswertung, die das berufliche Netzwerk Linkedin gemeinsam mit der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie der Wirtschaftsförderung Berlin, der Wirtschaftsförderung Brandenburg, der IHK Berlin und der Technologiestiftung durchgeführt hat.

Die Studie betrachtet insgesamt 727.000 Linkedin-Mitglieder in der Hauptstadtregion Berlin. Demnach verfügt mit 47 Prozent knapp die Hälfte von ihnen über digitale Fach- und Anwendungskompetenzen. Damit liegt Berlin-Brandenburg mit München an der Spitze im Vergleich der deutschen Großstädte. Die Plätze zwei und drei im Ranking der Städte mit dem größten Anteil an digital geschulten Fachkräften belegen Hamburg (42 Prozent) und Frankfurt (41 Prozent), gefolgt von Stuttgart mit 39 Prozent.

Dabei wächst gerade in der Hauptstadtregion die Nachfrage nach digitalen Kompetenzen stetig, allein in den letzten drei Jahren stieg sie um 20 Prozent an. So verfügten 2018 62 Prozent aller Neueinstellungen über digitale Kompetenzen, 2016 waren es noch 52 Prozent, wobei die Softwareingenieure am meisten gefragt waren. Diese Entwicklung ist auch darauf zurückzuführen, dass die nach der Zahl der Angestellten am stärksten wachsenden Arbeitgeber aus dem Tech-Bereiche kommen: Die Top 5 sind hier Zalando, N26, Wayfair, Auto1 und Delivery Hero. Bei der Angabe der Berufsbezeichnungen dominieren dabei die Jobtitel aus der Entwicklung: Unter den ersten zehn befinden sich Softwareingenieur, Datenwissenschaftler, Dateningenieur, Machine Learning Engineer und Full Stack Engineer.

Die Nachfrage nach digitalen Kompetenzen wächst stetig.

Berlin zieht KI-Fachkräfte an

Einer der wichtigsten Treiber der digitalen Transformation ist der Bereich Künstliche Intelligenz. Und vor allem bei diesem Thema zeigt Berlin seine Stärken: Von den insgesamt 45.000 KI-Fachkräften in ganz Deutschland verdienen 18 Prozent ihre Brötchen in der Hauptstadt - nur München beheimatet mit 19 Prozent mehr KI-ler. Dabei finden sich die meisten KI-Fachkräfte in der Software- und IT-Dienstleistungsbranche. Rund 20 Prozent sind in Wissenschaft und Bildung tätig, was sich auch positiv auf die künftige Fachkräftesituation der Hauptstadtregion auswirken dürfte.

Dafür spricht auch, dass mit 38 Prozent mehr als ein Drittel der KI-Fachkräfte auch in Berlin ausgebildet wurde, wobei neben den Unis auch private Institute für den KI-Nachwuchs in der Hauptstadt sorgen. Dass KI dabei längst nicht mehr nur ein Informatik-Thema ist, zeigt die Tatsache, dass auch die Universität der Künste in der Liste der Ausbildungsstätten zu finden ist.

38 Prozent der KI-Fachkräfte in Berlin wurden auch in der Hauptstadtregion ausgebildet.

"Wir bieten beste Rahmenbedingungen, die Nähe zu europäischen Märkten und ein einzigartiges Startup-Ökosystem, welches Impulse für Innovation setzt und Wissenschaft und Wirtschaft zusammenbringt", sagt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop. "Um innovativ zu bleiben, muss ein Unternehmen auf die Vielfalt der Gesellschaft eingehen. Das bedeutet unter anderem, auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis und den Zuzug ausländischer Fachkräfte zu setzen." Denn vor allem bei der Geschlechteraufteilung offenbarte die Auswertung noch ein deutliches Ungleichgewicht: So machen Frauen nur 37 Prozent der Arbeitnehmer mit Digitalkompetenzen aus, bei den KI-Fachkräften sind es sogar nur 16 Prozent.

Die Ergebnisse der Studie basieren auf einer Analyse, die im März 2019 durchgeführt wurde und bei der die Jobprofile von insgesamt rund 730.000 Linkedin-Mitgliedern in der Hauptstadtregion Berlin betrachtet wurden. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf Mitgliedern, die auf ihrem Profil mindestens eine Fähigkeit angegeben haben, die als Digitalkompetenz definiert wurde. Linkedin verfügt über eine Liste von 35.000 standardisierten Fähigkeiten, die in der Analyse berücksichtigt werden. Die KI-Fachkräfte wurden für die Studie durch einen Algorithmus des maschinellen Lernens identifiziert.

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