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New Work
Brauchen wir Home Office per Gesetz?

Weniger Pendler, mehr freie Zeiteinteilung: Das Home Office hat viele Anhänger. Trotzdem kommt der SPD-Vorstoß nicht überall gut an. Die Debatte im Überblick. 

Text: W&V Redaktion

7. Februar 2019

SPD-Chefin Andrea Nahles
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"Mobiles Arbeiten wird mehr und mehr zur Regel - und das ist auch gut so", formuliert es Björn Böhning in typischer SPD-Manier. Böhning ist Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium von Hubertus Heil. Der Satz fiel bereits Mitte Januar in einer Sendung des Deutschlandfunks (hier zum Nachhören). Damals unternahm das Arbeitsministerium den ersten Vorstoß, ein "Recht auf Home Office" gesetzlich zu verankern. "Wir brauchen ein Recht auf Home Office, weil die Beschäftigten neue Ansprüche an ihre Arbeitszeiten haben und sich auch die Unternehmen wandeln müssen", so Böhning. 

Dass die Flexibilität nicht für jeden möglich ist, weiß auch Böhning. Denn für 40 Prozent der Berufe komme Heimarbeit nicht infrage. Aber jeder Arbeitnehmer solle in Zukunft einen Auskunftsanspruch haben, warum ihm sein Arbeitgeber die Möglichkeit verweigert. Das steht so auch bereits im Koalitionsvertrag.

Als positives Beispiel führte Böhning die Niederlande an, wo es bereits seit 2016 ein Gesetz dazu gebe. Statt Home Office findet Böhning den Begriff mobiles Arbeiten geeigneter. Es gehe darum, "die Dauer und Lage der Arbeitszeiten innovativer zu gestalten".

"Recht auf mobiles Arbeiten"

Jetzt kommt die Debatte neu in Schwung, weil die SPD das Thema Home Office im Rahmen ihres milliardenschweren Programms zur Reform des Sozialstaat befeuert hat. Es soll bei der SPD-Klausur Anfang nächster Woche beschlossen werden, wurde aber vorab geleakt. Zuerst berichtete die Funke Mediengruppe. Inzwischen liegt das Papier auch dpa vor. Angesichts mauer Umfragewerte steht Parteichefin Andrea Nahles unter großem Druck.

"Wir werden ein Recht auf mobiles Arbeiten und Homeoffice gesetzlich verankern, damit mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von den digitalen Vorteilen profitieren können", heißt es dort. "Wir werden aber auch Beschäftigte vor einer überbordenden Inanspruchnahme und der Anforderung einer ständigen Erreichbarkeit oder Präsenz durch den Arbeitgeber schützen."

40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland könnten theoretisch von zu Hause aus arbeiten. Nur zwölf Prozent der Beschäftigten bekämen aber ihren Wunsch nach flexibler Arbeit erfüllt.

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am/mit dpa

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