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IAB und Xing
Corona drängt vor allem Frauen ins Homeoffice

Besonders für Eltern mit Betreuungsaufgabe hat sich die Arbeit radikal verändert. Sie findet häufiger im Homeoffice statt und auch zu anderen Zeiten. Das hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung herausgefunden.

Text: W&V Redaktion

25. Juni 2020

Frau im Home Office.
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Frauen wechselten in diesem Frühjahr häufiger ins Homeoffice als Männer. Das ist nur eine der Erkenntnisse aus der jüngsten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Etwa die Hälfte der Beschäftigten, die beruflich digitale Informations- und Kommunikationstechnologien nutzen, arbeitete im April oder Mai zumindest zeitweise im Homeoffice. Der Trend zeichnet sich bei Frauen deutlicher ab als bei Männern.

Im Jahr 2019 hatten 35 Prozent der Befragten zumindest gelegentlich zu Hause gearbeitet. Infolge der Covid-19-Pandemie nutzten rund 20 Prozent derjenigen, die zuvor ausschließlich im Betrieb tätig gewesen waren, zumindest zum Teil auch das Homeoffice. Frauen wechselten mit 28 Prozent häufiger ins Homeoffice als Männer mit 17 Prozent. Ein Faktor dabei sind unterschiedliche Tätigkeiten: Männer arbeiten beispielsweise häufiger in der Produktion, Frauen häufiger in der Verwaltung der Betriebe.

In der Summe war die Hälfte der Befragten im April und Mai 2020 zumindest zeitweise im Homeoffice tätig. 49 Prozent von ihnen arbeiteten ausschließlich und weitere 27 Prozent überwiegend zu Hause.

27 Prozent der Befragten waren im April oder Mai aufgrund der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie in Kurzarbeit. Personen in der Produktion waren mit 46 Prozent überdurchschnittlich häufig von Kurzarbeit betroffen.

29 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen berichteten, sich momentan um mindestens ein Kind zu kümmern. Bei Frauen, die mindestens ein Kind betreuten, reduzierte sich die Stundenzahl von durchschnittlich 30,6 auf 28 Stunden. Bei betreuenden Männern sank die Arbeitszeit von durchschnittlich 42,1 auf 36,4 Stunden.

38 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen mit Betreuungsaufgaben berichteten, zu anderen Zeiten zu arbeiten als vor der Covid-19-Pandemie. 40 Prozent der Männer und 44 Prozent der Frauen mit Betreuungsaufgaben nahmen ihre Arbeit als weniger effizient wahr als vorher.

Abnehmender Homeoffice-Trend im Juni

Auch das Karriereportal Xing fragt regelmäßig ab, wie sich die Lage der Beschäftigten ändert. Für den Juni sieht Xing einen Trend zurück ins Büro. Arbeiteten Anfang Mai noch rund 47 Prozent der befragten Xing-Mitglieder aus Deutschland ausschließlich im Homeoffice, waren es Anfang Juni nur noch ca. 37 Prozent. Die Wiedersehensfreude auf die Kollegen und soziale Kontakte bleiben die wichtigste Motivation für die Rückkehr ins Büro. Glaubten bei der Umfrage im Mai noch rund 37 Prozent an eine höhere Produktivität im Büro, so waren es im Juni mit 33 Prozent etwas weniger.

Lust auf Jobsuche wächst

Inzwischen steigt auch der Optimismus. 62 Prozent der befragten Xing-Mitglieder sehen die Lage in Deutschland sehr positiv oder positiv, im Vergleich zur Befragung im Mai ist dieser Wert sogar um rund 10 Prozentpunkte gestiegen. 

Im Mai hatten über 25 Prozent der Befragten angegeben, bei der Jobsuche eine Pause eingelegt zu haben, das hat sich im Juni leicht erhöht – mehr als 27 Prozent pausieren aktuell mit der Jobsuche. Rund 43 Prozent suchten im Juni verstärkt nach einem neuen Job – und das, obwohl sich für rund 70 Prozent nichts an ihrer beruflichen Situation verändert hat.

Trotz der verstärkten Jobsuche empfinden rund 61 Prozentder Befragten einen Neuanfang während der Corona-Krise als schwierig. Ebenso meinten 38 Prozent, die Branche, in der sie arbeiten, werde sich aufgrund der Krise komplett verändern. Und: verändert hat sich auch der Blick auf den Arbeitgeber – dieser wird nun kritischer gesehen als vor der Corona-Krise – das geben rund29 Prozent der Befragten an.

Alles Wichtige zur Coronakrise lesen Sie hier in unserem Liveblog:


Autor: Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt". 

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