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In Krisenzeit
Corona-News: Arbeitgeber gilt als glaubwürdigste Quelle

Laut einer von Edelman durchgeführten globalen Studie vertrauen Menschen dem eigenen Arbeitgeber auf der Suche nach verlässlichen Informationen zu Covid-19 mehr als der Regierung und den Medien.

Text: W&V Redaktion

17. März 2020

74 Prozent der Menschen sorgen sich wegen Fake-News und die Glaubwürdigkeit der Informationen rund um Covid-19.
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Vertrauen in Zeiten des Coronavirus: Auf der Suche nach glaubwürdigen Informationen ist der eigene Arbeitgeber die vertrauenswürdigste Quelle. Dies zeigt der globale Edelman Trust Barometer 2020 Special Report Report "Trust und der Coronavirus", für den eine Zehn-Länder-Studie in Brasilien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Südafrika, Südkorea, Großbritannien und den USA durchgeführt wurde. 

74 Prozent haben Angst vor Fake-News

Sieben von zehn Befragten verfolgen die Nachrichtenlage über den Coronavirus in den Medien mindestens einmal am Tag. Momentan werden die Hauptnachrichtenkanäle dafür fast doppelt so stark genutzt werden, wie die Online-Seiten der globalen Gesundheitsorganisationen oder nationaler Gesundheitsorganisationen. Gleichzeitig machen sich 74 Prozent der Menschen wegen Fake-News und der Glaubwürdigkeit der Informationen rund um Covid-19 Sorgen. 

63 Prozent setzen jedoch ein besonderes Vertrauen in ihren Arbeitgeber und geben an, dass sie Informationen von diesem nach ein- oder zweimaliger Kommunikation vertrauen. Zum Vergleich: Das sagen nur 58 Prozent über die Informationen einer Regierungswebsite und 51 Prozent über die der traditionellen Medien. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Befragten sagte zudem, dass sie sozialen Medien niemals glauben würden, wenn sie ausschließlich hier Informationen zu dem Thema finden konnten.

Großteil der Arbeitgeber reagiert effektiv und verantwortungsbewusst auf das Virus

Zudem wird in acht von zehn untersuchten Ländern der eigene Arbeitgeber als besser auf das Virus vorbereitet angesehen, als das Land an sich. Und auch im Umgang mit der Krise schneiden Arbeitgeber gut ab: 62 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Arbeitgeber effektiv und verantwortungsbewusst auf das Virus reagiert. Gleichzeitig sind jedoch auch die Erwartungen hoch: 79 Prozent sehen Arbeitgeber in der Pflicht, dass sie ihre Abläufe anpassen, Reglungen für die Arbeit außerhalb der Büroräume schaffen, nicht relevante Veranstaltungen absagen und Geschäftsreisen untersagen. Zudem wollen die Mitarbeiter wollen Klarheit darüber, wie viele Kollegen sich mit dem Virus infiziert haben (57 Prozent) und sich dieser auf die Arbeitsfähigkeit des Unternehmens auswirkt (53 Prozent).

Einen noch größeren Vertrauensbonus als Unternehmen genießen nur Wissenschaftler und Medizinern (68 bis 83 Prozent). Regierungsbeamte (48 Prozent) und Journalisten (43 Prozent) stehen dagegen mit weniger als 50 Prozent Vertrauen am unteren Ende der Rangliste.

"Für Unternehmen ist diese Form der Verantwortung neu und von großer Bedeutung. Arbeitgeber müssen ihren Vertrauensvorschuss vor allem jetzt nutzen und mit zielgerichteter Kommunikation auf möglichst viele Unsicherheiten Antworten geben", sagt Christiane Schulz, CEO von Edelman Deutschland. "Es ist dringend notwendig, dass Unternehmen faktenbasierte Entscheidungen ermöglichen und ihren Mitarbeitern das Gefühl geben, Teil einer breiten gesellschaftlichen Bewegung zur Bekämpfung des Virus zu sein."


Autor: Alessa Kästner

ist Absolventin der Burda Journalistenschule und volontierte beim Playboy. Die gebürtige Münchnerin schrieb für Magazine wie ELLE, Focus oder Freundin und schnupperte im Anschluss noch ein wenig Agenturluft bei Fischer Appelt. Ihre Kernthemen als W&V-Redakteurin: Digital Lifestyle, New Work und Social Media.

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