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Umfrage
Das große Hadern der Generationen

Wie steht es um das Glück in Job und Privatleben? Für den Opportunity Index 2020 hat LinkedIn in Zusammenarbeit mit der GfK mehr als 30.000 Menschen weltweit befragt - mit spannenden Ergebnissen.

Text: W&V Redaktion

12. Februar 2020

Während global gesehen Geldmangel das größte Problem darstellt, fehlt es in Deutschland vor allem an einem: Zeit.
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Der Opportunity Index von LinkedIn und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zeigt, wie Menschen weltweit ihre beruflichen Chancen einschätzen. Die Umfrage zeigt: Die Deutschen blicken durchaus optimistisch in die Zukunft - doch vor allem steht hier dem persönlichen Glück eine Sache im Weg: Zeit. 

Die Deutschen sind nach den Niederländern am optimistischsten

Im europäischen Vergleich teilen sich nach den Niederländern Deutsche und Schweizer mit 96 Punkten gemeinsam den zweiten Rang. Die Skepsis in Italien und Frankreich ist dagegen sehr viel ausgeprägter. Schweden, Irland, Großbritannien und Spanien liegen im europäischen Vergleich im Mittelfeld. Die größten Herausforderungen hierzulande sind der Befragung zufolge der Mangel an Zeit sowie Benachteiligungen durch das eigene Alter – egal ob jung oder alt.

Interessant: Vor allem Menschen in Wachstums- und Schwellenländern wie Indien, Indonesien oder China sind, was berufliches und privates Glück angeht, hoffnungsfroh gestimmt. Eine Ausnahme unter den etablierten Industrienationen bilden hier auch die USA, wo weiterhin großer Optimismus herrscht.

"Die Ergebnisse unserer Studie zeigen: In Deutschland sind viele Menschen davon überzeugt, dass ihnen der Arbeitsmarkt ausreichend Möglichkeiten zur beruflichen Verwirklichung bietet. Zugleich wissen viele nicht, wie sie diese Chancen für sich nutzen können", sagt Barbara Wittmann, Country Managerin DACH bei LinkedIn.

Jüngere wollen sich etablieren – Ältere haben Angst, den Anschluss zu verlieren

Egal ob Generation Z (18-22 Jahre) oder Babyboomer (55-65 Jahre) - beide Gruppen hadern mit ihrem Alter: 44 Prozent der 55- bis 65-Jährigen fühlen sich durch diesen Faktor eingeschränkt, einen aktiven Lebensstil zu führen und im Job voranzukommen. Insbesondere bei denen, die ein sicheres Arbeitsverhältnis als wichtig erachten, ist die Sorge da, Unternehmen könnten jüngere Bewerber bevorzugen.

Die 18- bis 22-Jährigen empfinden dagegen fehlende Arbeitserfahrung (21 Prozent) sowie fehlende Führung und Orientierung (11 Prozent) als Herausforderungen. Das wiederum führt zu einem Mangel an Selbstvertrauen (24 Prozent), der für sie insgesamt die größte Hürde darstellt.

Weil die Generation Z sich auf dem hiesigen Arbeitsmarkt zu etablieren versucht, sind ihr einige Punkte wichtiger als der älteren Generation: Jobsicherheit (40 vs. 27 Prozent), Zugang zu Bildung (25 vs. 7 Prozent) und die Erweiterung des beruflichen Netzwerks (14 vs. 5 Prozent) stehen hier ganze vorne.

"Weil wir immer früher in den Beruf einsteigen und später in Rente gehen, wird der Arbeitsplatz zunehmend zum Schmelztiegel der Generationen. Nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber stellt das eine Herausforderung dar. Gleichzeitig bieten sich große Chancen: Vom Erfahrungsschatz der Babyboomer können nachfolgende Generationen immens profitieren – und die Generation Z bringt wertvolle neue Ideen in das Unternehmen", sagt Wittmann.

Die Deutschen sind Europameister im Keine-Zeit-Haben

Aber was hindert Menschen daran, ihre Wünsche zu verwirklichen? Während global gesehen Geldmangel das größte Problem darstellt, fehlt es hierzulande vor allem an einem: Zeit (23 Prozent). In keinem europäischen Land ist das Problem größer.

In diesen Kontext passt eine weitere Abweichung vom globalen Trend: Weltweit ist die Mehrheit der Menschen (81 Prozent) überzeugt, dass man hart arbeiten muss, um seine Ziele zu erreichen. Wenn die Verwirklichung der eigenen Wünsche aber oft an Zeitmangel scheitert, dann wäre noch härtere Arbeit hier erst recht kontraproduktiv. Entgegen aller Klischees betonen hierzulande deshalb nur 58 Prozent den Wert dieses Faktors.


Autor: Alessa Kästner

ist Absolventin der Burda Journalistenschule und volontierte beim Playboy. Die gebürtige Münchnerin schrieb für Magazine wie ELLE, Focus oder Freundin und schnupperte im Anschluss noch ein wenig Agenturluft bei Fischer Appelt. Ihre Kernthemen als W&V-Redakteurin: Digital Lifestyle, New Work und Social Media.

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