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Mitarbeiterbewertung
Datenschützer befassen sich mit Zalando-Software

Für das sogenannte 360-Grad-Feedback kommt es auch auf die Meinung der Kollegen an. Zalando erfasst sie mit der Software Zonar. Ob diese rechtlich unbedenklich ist, untersuchen jetzt die zuständigen Behörden.

Text: W&V Redaktion

27. November 2019

Sich gegenseitig zu bewerten, setzt Mitarbeiter unter Druck. Deswegen wird Kritik an Zalandos Bewertungssystem Zonar geübt.
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Die Berliner Datenschutzbehörde prüft eine Software des Modehändlers Zalando zur Beurteilung der eigenen Mitarbeiter. Das Unternehmen habe die Behörde in der vergangenen Woche selbst auf das Zonar genannte Programm hingewiesen, sagte ein Sprecher. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

In der vorigen Woche hatte die Gewerkschaft Verdi die Software öffentlich als "arbeitnehmerfeindlich" und datenschutzrechtlich problematisch kritisiert. Zonar belaste das Betriebsklima und führe dazu, dass Leistung permanent kontrolliert und Löhne willkürlich festgelegt würden, hieß es.

Bei der Kritik berief sich Verdi auf eine Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Zalando wies die dort präsentierten Ergebnisse zurück. Die Studie sei nicht repräsentativ und enthalte Fehler. Nach Unternehmensangaben nutzen 5000 der 14.000 Beschäftigten Zonar. Datenschutzrechtliche Anforderungen würden dabei eingehalten. Zonar entspreche den gesetzlichen Anforderungen gemäß der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

Bei Zonar handele es sich um eine Form des sogenannten 360-Grad-Feedbacks, bei dem über eine Software zur Beurteilung von Mitarbeitern auch Stimmen der Kollegen eingeholt würden. Dies sei in vielen Branchen und Unternehmen ein längst übliches Vorgehen, um etwa über Beförderungen zu entscheiden, sagte eine Sprecherin.

Bei der Prüfung der Software stehe die Datenschutzbehörde ganz am Anfang, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Es müsse noch entschieden werden, ob sich Mitarbeiter auch vor Ort ein eigenes Bild machen werden. Sollten die Berliner Datenschützer zu dem Schluss kommen, dass das Programm nicht den gesetzlichen Vorgaben entspricht, können sie den Einsatz verbieten. Wie lange die Untersuchung andauern wird, war zunächst offen.

dpa

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