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Recruiting-Trends 2019
Die schlimmsten Job-Killer: Langeweile vor Überforderung

Wer Mitarbeiter halten will, muss ihnen Entwicklungschancen bieten. Bei Unterforderung sehen sie sich nach neuen Stellen um. Auch sonst sind die Job-Sucher anspruchsvoll, zeigen die Recruiting-Trends 2019 von Monster.

Text: W&V Redaktion

22. März 2019

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Befriedigend, immerhin. Das ist die Note, die in der aktuellen Studie Recruiting Trends 2019 Arbeitgeber von Arbeitnehmern mit Blick auf ihre Attraktivität bekommen. Das ist zwar schon besser als 2018, als es im Durchschnitt die Schulnote 4+ gab – aber der Wert zeigt auch: Beim Employer Branding gibt es noch viel Luft nach oben. Bereits zum 17. Mal legen das Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) und Monster die Studie Recruiting Trends vor. Für die aktuelle Ausgabe haben sich 160 der Top-1000-Unternehmen Deutschlands sowie 35 IT-Unternehmen an der Befragung zu Trends in den Bereichen Recruiting und Personalmarketing beteiligt. Die Daten werden verglichen mit der zeitgleichen Untersuchung des Nutzerverhaltens und der Einschätzungen von ca. 3300 Bewerbern, die im Rahmen der Studie Bewerberpraxis zeitgleich erhoben werden.

Anspruchsvolle Kandidaten 

Ein wichtiger Punkt: Wer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten möchte, muss sie weiterentwickeln. „Unterforderung ist mit 76,1 Prozent einer der häufigsten Gründe für Arbeitnehmer, sich nach einem neuen Job umzusehen – wohingegen nur 52,3 Prozent schon einmal wegen Überforderung wechseln wollten. Das zeigt: Langeweile ist ein Karrierekiller“, so Sylvia Edmands, Geschäftsführerin von Monster Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Studie ergibt sehr deutlich: Kandidaten sind immer optimistischer mit Blick auf ihren Erfolg, ein Drittel geht sogar davon aus, dass sie bei einem Wechsel ihren Traumjob finden. Drei Viertel stellen dabei höhere Anforderungen an einen Arbeitgeber. Wichtige Themen sind dabei Work-Life-Balance und flexible Arbeitszeitgestaltung. 81 Prozent der Befragten wollen strikt zwischen Arbeitszeit und Privatleben trennen.

Ohne Mobile Recruiting geht es nicht

Ein weiterer wichtiger Trend: Die Digitalisierung des HR-Bereichs. Der zeichnet sich zwar schon seit vielen Jahren ab, aber eine echte News gibt es in diesem Kontext doch. Das Mobile Recruiting wird zunehmend selbstverständlich. 84,6 Prozent der Top-1.000 Unternehmen sagen, dass dieses Thema zukünftig immer wichtiger wird. Bei den Kandidaten scheint das Thema dagegen schon längst Realität zu sein. Schon heute gibt ein Viertel der Kandidaten an, sich häufig über das Smartphone zu bewerben. Der wichtigste Grund dafür: 50,8 Prozent finden, dass die mobile Bewerbung Zeit spart und dadurch effizienter ist. Damit einher geht auch, dass Unternehmen ihre Karriereinhalte mobil optimieren müssen. Darauf legen sieben von zehn Kandidaten Wert. Für 7,8 Prozent der Kandidaten stellt das Fehlen einer für mobile Endgeräte optimierten Bewerbungsalternative einen Grund dar, sich bei dem Unternehmen gar nicht zu bewerben.

Roboter und Suchmaschinen setzen neue Standards

Ein weiterer wichtiger Trend: Maschinenlesbarkeit. 90,9 Prozent der Unternehmen sehen darin die wichtigste Eigenschaft einer Stellenanzeige, um in fünf Jahren in Suchmasken wie Google Job Search zu erscheinen oder um von Job-Recommendern gefunden und verarbeitet werden zu können. Aber: Nur 10 Prozent der Unternehmen planen, ihr Angebot in diese Richtung auszubauen. Und das, obwohl 5 von 10 Kandidaten genau dies erwarten würden. Hier bestätigt sich eine Diskrepanz zwischen Unternehmens-Initiativen und Erwartung der Bewerber, die mit Blick auf die Digitalisierung schon seit Jahren zu beobachten ist. „Obwohl die Wichtigkeit digitaler Themen von Unternehmen wie Kandidaten gleichermaßen erkannt wird, gibt es noch viel zu lernen und umzusetzen. Dies wird für die Unternehmen eine wichtige Aufgabe in den nächsten Jahren, und zwar sowohl innerhalb von HR als auch zwischen HR und den Fachabteilungen“, kommentiert Tim Weitzel, Leiter der Studien und Professor am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Bamberg.

Die Zukunft des Recruiting 

Und diese Aufgabe müssen Sie schnell anpacken. Denn schon heute liegt der Anteil der schwer oder gar nicht besetzbaren Stellen bei knapp 48 Prozent, im IT-Bereich sogar bei 68,4 Prozent. Bei rund einem Viertel der Stellen sind Unternehmen auf Kandidatensuche im Ausland angewiesen, im IT-Bereich betrifft es mehr als die Hälfte. Die Situation am Arbeitsmarkt verschärft sich also zunehmend – zumal die Mehrzahl der Arbeitgeber einen Netto-Zuwachs erwartet.

Die einzelnen Berichtsbände zur Studie können unter arbeitgeber.monster.de heruntergeladen werden.

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