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Analyse zum Gender-Pay-Gap
In diesen Branchen ist die Lohn-Lücke besonders groß

Über alle Branchen, Positionen und Berufe hinweg verdienen Frauen in Deutschland 37.000 Euro und Männer 47.600 Euro im Jahr. Bei gleichen Voraussetzungen beträgt die Lücke noch immer 5,1 Prozent. 

Text: W&V Redaktion

10. März 2021

Über alle Branchen, Positionen und Berufe hinweg verdienen Frauen in Deutschland 37.000 Euro und Männer 47.600 Euro im Jahr.
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Bei gleichem Beruf, gleicher Position sowie gleicher Arbeit und trotz identischer Berufserfahrung und Ausbildung verdienen Frauen rund 5 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Auch in systemrelevanten Branchen wie dem Lebensmitteleinzelhandel (12 Prozent) ist der Gender-Pay-Gap besonders groß. In der Pflege beträgt die Lücke 4 Prozent. Zum Equal Pay Day 2021 haben Gehalt.de und die Comdirect-Initiative Finanz-Heldinnen eine Studie zur Lohnlücke in Deutschland veröffentlicht. Auf Basis von 143.975 Datensätzen wurden die bereinigten Gender-Pay-Gaps nach Branchen, Berufsgruppen und Regionen untersucht. 

Das Ergebnis ist ernüchternd: Über alle Branchen, Positionen und Berufe hinweg verdienen Frauen in Deutschland rund 37.000 Euro und Männer rund 47.600 Euro im Jahr. Somit beträgt die unbereinigte Entgeltlücke rund 22,2 Prozent zu Gunsten der Männer. Vergleichen die Analyst:innen ausschließlich Einkommen von Frauen und Männern, die unter den gleichen Voraussetzungen arbeiten, beträgt die Lücke noch immer 5,1 Prozent (bereinigte Entgeltlücke). Unter Führungskräften ist diese mit 7,0 Prozent größer als unter Fachkräften (5,2 Prozent). 

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Die Initiative Finanz-Heldinnen der comdirect und das Hamburger Portal Gehalt.de weist unter anderem mit der aktuellen Kampagne #ohmy_gap auf die Gender-Pay-Gaps in Berufen, Branchen und Regionen in Deutschland hin.

Einflussreiche Multiplikator:innen wie Tijen Onaran, Laura Lewandowski oder Vivien Wysocki  sindals namhafte Unterstützer:innen dabei. Zeitgleich erweitern viele Microinfluencer*innen aus betroffenen Berufen & Branchen den Wirkungskreis der Kampagne. Alle Informationen, Möglichkeiten der eigenen Gehaltsanalyse sowie praktische Tipps zur Schließung der eigenen Rentenlücke finden die Nutzer*innen unter der kampagneneigenen Landingpage https://finanz-heldinnen.de/ohmygap/.

Weiblich, systemrelevant und unterbezahlt –

der Gender-Pay-Gap im Branchenvergleich: 

Im Branchenvergleich unter Fachkräften sticht vor allem der Einzelhandel mit hohen Gender-Pay- Gaps hervor. In Supermärkten verdienen Arbeitnehmerinnen rund 12 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen – obwohl sie die gleiche Arbeit leisten. Im Einzelhandel für Bau und Einrichtung (10,4 Prozent) und in der Versicherungsbranche (10,1 Prozent) sind die Unterschiede ebenfalls groß. Am niedrigsten ist die bereinigte Lücke in der Biotechnologie (0,8 Prozent), die aktuell auch die lukrativste Branche in Deutschland ist. 

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Ausnahmezustand durch Corona in der Pflege 

Pflegekräfte sind während der Pandemie aufgrund längerer Arbeitszeiten und strenger Hygienemaßnahmen einer besonders großen Belastung ausgesetzt2. Zudem sind in diesem Bereich vor allem Frauen beschäftigt3 – die trotz gleicher Leistung 4,2 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen. In Krankenhäusern sind es sogar 8,3 Prozent weniger. In lukrativen Branchen wie der Automobilindustrie oder im Bankwesen erreichen die bereinigten Entgeltlücken fast 8 Prozent. Im Kulturbereich ist der Wert mit 2,4 Prozent im Vergleich niedrig. 

Gender-Pay-Gap in ausgewählten Berufen 

Zusätzlich haben die Analyst:innen die Lohnlücken exemplarisch anhand ausgewählter Berufsgruppen untersucht. So verdienen Journalistinnen trotz gleicher Arbeit rund drei Prozent weniger als ihre Kollegen. Deutlich höher ist die Differenz unter Fachärzt:innen, die ebenfalls im systemrelevanten Gesundheitssektor beschäftigt sind: Unter gleichen Voraussetzungen liegt die Entgeltlücke hier bei 9,3 Prozent. Unter IT-Fachkräften, eine Berufsgruppe, in der Frauen stark unterrepräsentiert sind4, ist die bereinigte Entgeltlücke mit 6,2 Prozent etwas niedriger. In der IT- Leitung sind es 4,2 Prozent und bei E-Commerce-Manager:innen liegt sie bei 4,5 Prozent. 

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"Die größte Auswirkung hat die Lohnlücke auf die Rente – und das trifft besonders uns Frauen. Wir verdienen weniger und wir sparen weniger. Uns Frauen droht Altersarmut. Wir befinden uns hier in einem finanziellen Teufelskreis. Um diesen zu durchbrechen, arbeiten wir als Initiative mit unseren vielfältigen Angeboten täglich daran, Frauen auf dem Weg in ihre finanzielle Zukunft zu unterstützen. Denn wenn wir es nicht schaffen, Frauen für Finanzen zu begeistern, wird das Thema Altersarmut weiterhin uns Frauen im Kern betreffen", sagt Katharina Brunsendorf, Projektleiterin Initiative Finanz-Heldinnen. 

Baden-Württemberg: lukrative Gehälter und große Lücken 

Die Gehaltshöhe und der Gender-Pay-Gap variieren zudem stark nach Region. In Baden- Württemberg sind die Einkommen, aber auch die Entgeltlücken am höchsten – hier liegt der bereinigte Gender-Pay-Gap bei rund 7,8 Prozent. Auch in Rheinland-Pfalz (7,2 Prozent) und Sachsen (6,1 Prozent) sind die Abweichungen vergleichsweise hoch. Am niedrigsten ist der Wert in Mecklenburg- Vorpommern mit 0,6 Prozent. 


Autor: Belinda Duvinage

legt ein besonderes Augenmerk auf alle Marketing-Themen. Bevor die gebürtige Münchnerin zur W&V kam, legte sie unter anderem Stationen bei burdaforward und dem Münchner Merkur ein, leitete ein regionales Magazin in Göttingen und volontierte bei der HNA in Kassel. Den Feierabend verbringt sie am liebsten mit ihren drei Jungs in der Natur, auf der Yogamatte, beim perfekten Dinner mit Freunden oder, viel zu selten, einem guten Buch.

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