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Universität Bielefeld
Kein Home Office aus Rücksicht auf den Chef?

Diese Haltung scheint weit verbreitet zu sein: 70 Prozent der Befragten geben in einer Studie an, dass ihr Vorgesetzter Home Office nicht so gern sehe - und sie deswegen darauf verzichten.

Text: W&V Redaktion

9. Dezember 2019

Vor allem Frauen empfinden die kulurellen Barrieren gegenüber Home Office.
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Warum wird Home Office nicht in größerem Maße praktiziert, fragten die WSI-Forscherinnen Yvonne Lott und Anja Abendroth von der Universität Bielefeld. Dazu haben die Wissenschaftlerinnen einen Datensatz des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ausgewertet, der repräsentativ für Unternehmen ab 50 Beschäftigten ist. Darin enthalten sind Angaben von 1800 Beschäftigten, warum sie kein Homeoffice praktizieren. Ein entscheidender Faktor, ob eine Firma grundsätzlich offen für New Work ist: die Unternehmenskultur.

Der häufigste Grund für den Verzicht auf Home Office ist die Einschätzung, dass Arbeit von zu Hause nicht zum Job passe. Dies sagten knapp 80 Prozent der Befragten. Fast 70 Prozent gaben an, Anwesenheit am Arbeitsplatz sei dem Chef wichtig. 60 Prozent hielten Arbeiten von daheim auf ihrer Stelle für technisch unmöglich. Gut 14 Prozent der Befragten erklärten, ihr Job ließe sich zwar auch vom heimischen Computer bewältigen, dies sei aber nicht erlaubt. Und knapp 6 Prozent fürchten um ihre Karrierechancen, wenn sie zum Arbeiten nicht in die Firma kommen. Frauen geben sehr viel häufiger an als Männer, dass Home Office nicht erlaubt ist.

WSI-Studie

Weitere Berechnungen zeigen: Ob Anwesenheitskultur und befürchtete Karrierehindernisse dem Home Office im Weg stehen, hängt von der Unternehmenskultur ab. Wo Wert auf Familienfreundlichkeit und Flexibilität im Sinne der Beschäftigten gelegt wird, setzen sich die Mitarbeiter eher an den heimischen PC als in Firmen, in denen alle versuchen, den anderen ständig vorzuführen, wie hart sie arbeiten.

Frauen halten kulturelle Barrieren öfter vom Home Office ab als Männer. Sie befürchten eher, sich mit Home Office aufs berufliche Abstellgleis zu begeben. Umso wichtiger ist es aus Sicht der Forscherinnen, dass Beschäftigte, die gern von zu Hause arbeiten würden, Rückendeckung vom Gesetzgeber bekommen.

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Autor: Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt". 

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