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Social Recruiting in Agenturen
Neue Leute via Instagram: Bei Gyro funktioniert's

Je kreativer die Berufe, desto leichter fällt es, über Instagram Fachkräfte zu finden. Agenturchefin Claudia Leischner hat damit gute Erfahrungen gemacht. Hier ihre Tipps:

Text: W&V Redaktion

10. Oktober 2018

Claudia Leischner, Gyro.
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In der digitalen Wirtschaft und bei modernen Kommunikations-Dienstleistern herrscht permanenter Fachkräftemangel. Wir suchen händeringend Young Professionals mit passenden Qualifikationen. Auch Headhunter können ihre Versprechen, das passende Personal zu finden, deshalb kaum mehr halten. Und durch die grundsätzliche Veränderung der Mediennutzung verlieren auch klassische Stellenanzeigen an Gewicht.

Weil die Not groß ist, muss man außerdem permanent um die eigenen Mitarbeiter bangen, die von anderen Agenturen und Unternehmen umgarnt werden.

All diese Erfahrungen mussten auch wir bei Gyro machen. Seit drei Jahren setzen wir deshalb zusätzlich auf Social Recruiting via Instagram, wo wir uns mit 12.900 Abonnenten eine vernünftige Reichweite aufgebaut haben.

Auf den klassischen Berufsplattformen, wie Linkedin und Xing tummeln sich im D-A-CH-Raum 11 Mio. bzw. 15, 3 Mio. Nutzer. Auch wenn Instagram und Xing bzw. Linkedin andere Funktionen haben, wäre es fatal, im Kampf um junge Talente ausschließlich einen Kanal zu nutzen. Ende 2017 verwendeten in Deutschland bereits 84 Prozent der 14 bis 19-Jährigen und 58 Prozent der 20 bis 29-Jährigen die App Instagram (Social-Media-Atlas 2017/2018 im Auftrag von Faktenkontor).

Das bedeutet, dass mehr als drei Viertel der Teenager und mehr als die Hälfte der Berufseinsteiger die Foto- und Video-Plattform für sich entdeckt haben. Tendenz steigend. Global knackte Facebook im Juni 2018 die Marke von einer Milliarde aktiven Instagram-Usern.

Keep calm and trust in Instagram

Bei Instagram dreht sich vieles um Mode, Lifestyle, Reisen, Fotografie – kurz gesagt: Es geht um die schönen Dinge des Lebens. Die Hauptakteure dieser perfekt inszenierten Welt sind die User. Diese suchen sich selbst ihren Content aus und wollen, anders als bei klassischen Online-Angeboten, inspiriert werden.

Genau da setzten wir an: Wir zeigen unser Agenturleben auf kreative Weise, aber immer in einem sofort wiedererkennbaren Look. Durch einen Mix aus Fotos, Bewegtbild und Stories, die einen Einblick in unsere "creative hub" geben, locken wir interessierte User auf unsere Seite. Zu den offenen Stellen bei Gyro gelangen Bewerber nur über einen Shortlink in unsere Beschreibung unter "We are hiring". Dort sind - in Onepagern geordnet - alle vakanten Jobpositionen aufgelistet, die zu besetzen sind.

Von da an heißt es: Abwarten. Denn nichts ist an dieser Stelle kontraproduktiver, als Druck aufzubauen.

Floskeln adé

"Wir sind ein tolles, dynamisches Team" und "Arbeiten in einer entspannten Atmosphäre" – langweiliger kann die Stellenanzeige wohl kaum sein. Gerade in einem so kreativen, inspirierenden Umfeld wie Instagram sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Um möglichst viele Menschen über Instagram zu erreichen, nutzen wir auf unserem Account deshalb unsere eigene schwarz-weiße Bildsprache mit gelben Störelementen sowie besondere Formate. Auf diese Art und Weise übertragen wir die Corporate Identity von Gyro in eine eigene Instagram-Bildsprache mit hohem Wiedererkennungswert.

Die selbst entwickelten Formate (z.B. das Vorstellen der Mitarbeiter im "Bildschirm-Tier"-Modus, "Fun Facts of the Day" und die Zeichnungen zu Kundenmeetings) bieten dabei den Rahmen für nahezu unendlich kreative Ansätze.

Interaktion ist das A&O

Hat man potenzielle Bewerber bereits durch seinen außergewöhnlichen Account angelockt, folgt im nächsten Schritt das Vermitteln der Werte. Wer sind wir? Was ist uns wichtig? Was unterscheidet uns von anderen Agenturen?

Hier kommt die Bildbeschreibung ins Spiel: Durch lockere Texte begleiten wir den visuellen Content. Dabei ist uns die Interaktion mit den Usern sehr wichtig. Darum antworten wir immer auf Kommentare und ermutigen Follower, sich mit uns über Direct Message auszutauschen. Heute sind den Bewerbern oft die Rahmenbedingungen wichtiger als die eigentlichen Konditionen wie Arbeitszeiten und Gehalt.

Ein Job ist nur dann attraktiv, wenn er keine "Lebenszeitverschwendung" ist. Ein gutes Verhältnis zu den Kollegen, inspirierende Aufgaben und die Identifikation mit den Unternehmenswerten sind daher unerlässlich und die Basis.   

Zwischenbilanz

Unser bisheriges Fazit fällt für die verschiedenen Job-Positionen sehr unterschiedlich aus. Für Social-Media-Jobs und auch für Projektmanagement ist Instagram sehr gut geeignet. Strategische Planer sind für die Ansprache über die soziale Plattform jedoch weniger empfänglich.

Grundsätzlich lässt sich festhalten: Je kreativer und kommunikativer die Berufszielgruppe ist, desto Social Media-affiner ist sie.

Tipps to go

Die wichtigste Empfehlung im Social-Recruiting-Bereich, die wir Agenturen im War for Talents geben können: Überlasst das Thema in eurem Unternehmen denjenigen, die selbst der Zielgruppe entsprechen – im Zweifelsfall also nicht unbedingt der Personalabteilung. Viel effektiver und erfolgreicher ist das Bespielen der Plattform durch diejenigen, die selbst Verstärkung im Team benötigen.

Sie wissen am besten, wen sie als Unterstützung brauchen und wie sie die passenden Kandidaten finden können. Wichtig ist nur, einen klaren Rahmen für Design und Sprache zu entwickeln, der einerseits zu Instagram und andererseits zum eigenen Unternehmen passt.   

Claudia Leischner verantwortet als Geschäftsführerin das operative Geschäft des B2B-Netzwerks Gyro für D-A-CH (Dentsu Aegis Network) in München. Seit 2012 berichtet sie in dieser Position direkt an den weltweiten Gyro-CEO Christoph Becker. 2009 startete sie ihre Karriere bei Gyro zunächst als Client Service Director und war in dieser Position für die Kundenbetreuung verantwortlich.

 

 

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