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VW-Konzern
Škoda-Chef Bernhard Maier tritt ab

Wechsel an der Spitze der tschechischen VW-Tochter Škoda: Nach knapp fünf Jahren ist für Vorstandschef Bernhard Maier Schluss. Die Entscheidung kam unerwartet, gilt die Marke doch als sehr erfolgreich.

Text: W&V Redaktion

9. Juli 2020

Bernhard Maier leitete den Autobauer seit November 2015.
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Es ist nur die jüngste einer ganzen Reihe von Personalwechseln: Bernhard Maier ist ab Ende dieses Monats nicht mehr Škoda-Vorstandsvorsitzender. Er gebe das Amt zum 31. Juli ab, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Mladá Boleslav mit. Maier leitete den Autobauer seit November 2015. Zuvor hatte er unter anderem als Vertriebschef im Vorstand des Sportwagenherstellers Porsche gearbeitet.

Über die Umbaupläne im VW-Management hatte zuvor das Handelsblatt berichtet. Die Entscheidung kam unerwartet. Škoda gilt im VW-Konzern als sehr erfolgreich, wenn es um das Trimmen auf Rendite geht - so erfolgreich sogar, dass sich Vertreter der früher lange Zeit renditeschwachen Kernmarke VW Pkw häufig beim Sparzwang unter Druck gesetzt fühlen.

Im Konzern sollte Skoda vor allem ein Bollwerk gegen osteuropäische Konkurrenz sein. Unter dem 60 Jahre alten Schwaben brachte Škoda neue Modelle wie die SUVs Kamiq und Kodiaq heraus und überarbeitete das Erfolgsmodell Octavia. Zuletzt hatte es einige personelle Umbaumanöver im VW-Konzern gegeben. Konzernchef Herbert Diess musste die Führung der Kernmarke abgeben, seine rechte Hand Ralf Brandstätter übernahm.

Personalkarussell bei Volkswagen

Erst vor wenigen Stunden gab Volkswagen überraschend bekannt, dass der Lkw-Chef Andreas Renschler, den Konzern verlässt. Neben dem 62-jährigen Renschler verlieren auch der bisherige MAN-Chef Joachim Drees und der Chef der Volkswagen-Nutzfahrzeugsparte, Thomas Sedran, ihre Ämter. Bei der Lkw- und Busholding Traton ersetzt Matthias Gründler den langjährigen VW-Lkw-Vorstand Renschler, bei der Vans-Sparte VW Nutzfahrzeuge übernimmt derweil Carsten Intra das Steuer.

Vergangenes Jahr vor der Corona-Krise steigerte Škoda seinen Umsatz um rund 15 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro, das operative Ergebnis um gut ein Fünftel auf 1,7 Milliarden. Dabei machte Škoda je 100 Euro Umsatz rund 8,40 Euro Betriebsgewinn. Zum Vergleich: Die VW-Kernmarke kam vor Diesel-Sonderkosten auf rund 4,30 Euro. Im vorigen Jahr wurden weltweit 1,24 Millionen Neuwagen ausgeliefert. Aus den tschechischen Werken kam dabei die Rekordzahl von 910 000 Fahrzeugen vom Fließband - 2,25 Prozent mehr als noch 2018. 

Mit dem Superb iV kam vergleichsweise spät der erste Plug-in-Hybrid auf den Markt. Zudem droht Škoda immer wieder zu einem Opfer des eigenen Erfolgs zu werden, da die Kapazitäten an ihre Grenzen stoßen. Erleichterung sollte eine VW-Fabrik in der Türkei bringen, die Pläne dafür wurden jedoch inzwischen aufgegeben.

Über den möglichen Nachfolger Maiers wurde bisher nichts bekannt. Er werde in der ersten Škoda-Vorstandssitzung im August gewählt und anschließend bekanntgegeben, hieß es. VW-Chef Herbert Diess dankte Maier für seinen Beitrag zur "weiteren Profilierung der Marke".

Marketing-Profi Maier

Der scheidende Škoda-CEO begann seine automobile Laufbahn 1979 mit einer Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Seine berufliche Karriere startete er 1984 als Key Account Manager bei der Nixdorf Computer AG in München.

Nach weiteren Stationen kam er 1988 zur BMW Group. Dort war er unter anderem Projektmanager für die internationale Sales- und Marketingstrategie der Marke BMW und Chef der Gruppe "Turnaround Sales and Marketing" bei der Konzerntochter Rover/Land Rover in Birmingham.

2001 übernahm Maier die Position des CEO der Porsche Deutschland GmbH. Neun Jahre später wurde er Vorstandsmitglied für Vertrieb und Marketing des Dachkonzerns Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG.

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