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Arbeitsplatzabbau
US-Agenturen haben im April über 36.000 Jobs abgebaut

Die Zahl der Festanstellungen in der amerikanischen Werbeindustrie ging im vergangenen Monat um 7,5 Prozent zurück. Dabei lief schon das vergangene Jahr für die gesamte Branche nicht sonderlich rund.

Text: W&V Redaktion

12. Mai 2020

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Die Auswirkungen der Coronakrise auf den amerikanischen Arbeitsmarkt machen sich in nahezu allen Branchen bemerkbar, die Werbeindustrie ist davon nicht ausgenommen. Die jetzt vom Datacenter des US-Branchenmagazins Advertising Age (Paywall) veröffentlichte Zahl ist dennoch niederschmetternd: Allein im April gingen in den USA 36.400 Arbeitsplätze im Bereich "Werbung, Public Relations und verwandter Dienstleistungen" verloren.

Dies ergab eine Auswertung von Daten der US-Behörde Bureau of Labor Statistics. Zu den "verwandten Dienstleistungen" zählen unter anderem die Services von Mediaagenturen und Außenwerbern sowie die im Bereich des Direktmarketings. Insgesamt sank damit die Zahl der Festanstellungen in der US-Werbeindustrie vergangenen Monat um 7,5 Prozent auf jetzt noch rund 451.000.

Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums Department of Labor erwarten allerdings fast 80 Prozent derjenigen, die sich in letzter Zeit arbeitslos gemeldet haben, dass sie schon in den kommenden Monaten wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können. Doch dies dürfte eine Fehleinschätzung sein, insbesondere wenn man die gegenwärtige Situation mit vorangegangenen Krisen vergleicht. So dauerte es nach dem Platzen der sogenannten Dotcom-Blase im Jahr 2000 etwa 26 Monate, bis die wirtschaftliche Talsohle überwunden wurde und die Konjunktur wieder ansprang.

Tatsächlich ist die jetzige Krise aber weit dramatischer. Allein im April gingen in den USA insgesamt 20,5 Millionen Arbeitsplätze verloren und die Arbeitslosenquote sprang auf 14,7 Prozent – der schwerste Einbruch auf dem US-Arbeitsmarkt seit der Weltwirtschaftskrise, der "Großen Depression", die Ende der 20er-Jahre einsetzte und weit in die 30er-Jahre hineinreichte.

Und was die Situation für die Werbebranche noch verschärft: Schon das vergangene Jahr lief nicht besonders gut. Die Agenturumsätze legten insgesamt um lediglich 1,2 Prozent zu. Die Umsätze der Agenturen im Digitalbereich stiegen zwar um immerhin 3,4 Prozent – doch auch dies war der niedrigste Wert seit dem Jahr 2009.

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Autor: Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.

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