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IPO-Kampagne
We Work fährt zum Börsengang die Marketing-Budgets hoch

We Work sucht neue Mieter. Bislang war Mund-zu-Mund-Propaganda das Mittel der Wahl. Doch für Wachstumsphantasien an der Börse ist das offenbar zu wenig.

Text: Anonymous User

15. August 2019

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Seit neun Jahren vermietet das US-Unternehmen We Work Co-Working-Spaces und eröffnet ein Gebäude nach dem nächsten. Vor dem geplanten Börsengang überlegt die Immobilienmarke nun, wie sich das Wachstum noch weiter ankurbeln lässt. Ein Mittel zum Zweck: mehr Werbung. Man wolle sich nicht mehr nur auf Mund-zu-Mund-Propaganda verlassen, die das Unternehmen groß gemacht haben, ist im Börsenprospekt zu lesen. Stattdessen suche man über klassische Medien nach neuen Zielgruppen.

Es sei nicht mehr zu schaffen, eine positive Markenwahrnehmung nur rein organisch aufrechtzuerhalten, zitiert AdAge aus dem Prospekt. Um neue potenzielle Mieter für sich zu begeistern, müsse man künftig stärker in Sales und Marketing investieren. Und "stärker", so konkretisiert We Work, heiße in absoluten Zahlen und auch anteilig zum Umsatz.

Mit dieser Strategie ist We Work offenbar schon gestartet. Denn die Investitionen in Werbung und Vertrieb summierten sich in den vergangenen sechs Monaten bis Ende Juni auf 320 Millionen Dollar, was 21 Prozent des Umsatzes entspricht. Im Vorjahreszeitraum investierte der Co-Working-Space-Anbieter lediglich 139,9 Millionen Dollar. Allerdings scheinen sich die Investitionen auszuzahlen, denn der Umsatz hat sich im gleichen Zeitraum auf 1,5 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Unter dem Strich schreibt We Work aber weiter tiefrote Zahlen. In der Abschlussbilanz des vergangenen Geschäftsjahres steht ein Minus von 1,9 Milliarden Dollar.

Ob der Immobilien-Anbieter für seinen neuen Marketing-Anstrengungen mit externen Agenturen zusammenarbeitet oder weiterhin vornehmlich intern Kampagnen umsetzt, wollte eine Sprecherin auf Anfrage von AdAge nicht kommentieren. Ressourcen sind jedenfalls vorhanden: 2018 kaufte We Work mit Conductor eine 13 Jahre alte Marketing-Software-Schmiede für 113,6 Millionen Dollar, um seine interne Marketing-Fähigkeiten zu optimieren.

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