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Kasper Rorsted
Adidas-Chef warnt vor Übervermarktung des Fußballs

Sponsor Adidas kritisiert die Fifa. CEO Kasper Rorsted kann sich nicht für die Pläne des Weltfußballverbands begeistern.

Text: W&V Redaktion

25. Juni 2018

In Herzogenaurch bei Adidas ist man über die jüngsten Fifa-Entscheidungen nicht glücklich.
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Seit Jahrzehnten ist Adidas eng mit der Fifa verbunden. Doch in den vergangenen Jahren ist das Verhältnis nicht mehr ganz so harmonisch wie früher. Jetzt befürchtet Adidas-Chef Kasper Rorsted eine Übervermarktung des Fußballs und Verwässerung der Qualität. In einem Interview des Magazins "Kicker" sagte der Däne, die Aufstockung der Weltmeisterschaft auf 48 Mannschaften ab 2026 habe die Fifa alleine umgesetzt "ohne uns zu fragen. Und sie wusste sehr wohl, was unsere Meinung war", sagte Rorsted in Richtung des Weltverbandes. "Wenn alles nur kommerziell wird und nicht mehr emotional, dann schaltet der Fußballfan ab", meinte der Chef des Sportartikel-Herstellers.

Mit der Erweiterung der Champions League fänden die guten Begegnungen schon heute erst im Frühjahr statt. "Wenn wir da noch etwas obendrauf legen, finde ich das nicht gut", sagte Rorsted auf die Frage nach Plänen zu einer aufgestockten Club-WM mit 24 Teams und einer weltweiten Nations League für Nationalmannschaften. Dafür macht sich Ffia-Präsident Gianni Infantino stark.

Der 56-Jährige plädierte dafür, die nationalen Ligen besser zu machen und dafür in der Bundesliga die 50+1-Regel aufzuheben. Sie schreibt vor, dass Stammvereine der Bundesligisten die Mehrheit von 50 plus einer Stimme in den ausgelagerten Kapitalgesellschaften halten müssen. Dadurch soll der Einfluss von Investoren begrenzt werden. Wenn die Verhältnisse so blieben, sei nicht abzusehen, dass Rekordmeister Bayern München in den nächsten fünf bis zehn Jahren ernsthafte Konkurrenz bekomme, erklärte Bayern-Fan Rorsted.

Die Vergabe der WM 2026 an die USA, Kanada und Mexiko begrüßte er. In Mexiko herrsche eine riesige Fußball-Begeisterung, in Nordamerika bestehe die beste Möglichkeit, den Fußball noch weiterzuentwickeln.

Ende 2017 hatte sich Rorsted bereits sehr deutlich über die Fifa geäußert. "Wir erwarten von unseren Partnern, dass sie sich an die Gesetze halten", sagte er damals der "Bild am Sonntag". Auch sein Vorgänger Herbert Hainer redete der Fifa ins Gewissen. Der Adidas-Vertrag mit der Fifa läuft noch bis mindestens zum Jahr 2030.

Aktuell feiert Adidas den Fußball mit der Kampagne "Creativity is the answer". Darin treten unter anderem Lionel Messi, Mo Salah Pharrell Williams, Mesut Özil und David Beckham auf. (mit dpa)

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