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Fußball-Ausrüster
Adidas verzichtet auf weitere Zusammenarbeit mit iranischem Nationalteam

Die deutsche Marke Adidas will das iranische Fußball-Nationalteam nicht weiter ausrüsten. Der Grund: die US-Sanktionen gegen das Land.

Text: W&V Redaktion

1. August 2018

Das Adidas-Hauptquartier hat sich gegen den Iran entschieden.
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Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas verlängert seinen Vertrag mit dem iranischen Fußballverband (FFI) nicht. "Gemäß der aktuell geltenden Bedingungen, wird die kommerzielle Vereinbarung derzeit wie vorgesehen im Dezember 2018 enden", verkündet das fränkische Unternehmen. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Isna nennt Adidas in einem Schreiben an den FFI den Grund: die erneuten US-Sanktionen. Die Herzogenauracher könnten Angst vor negativen Auswirkungen auf ihr US-Geschäft haben. Der Sportartikelhersteller wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern.

Das Unternehmen beliefert den Verband seit Dezember 2017 mit Sportprodukten. Die iranische Mannschaft lief bei der Weltmeisterschaft in Russland mit Adidas-Trikots auf.

Wegen der politischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran, beendeten bereits der amerikanische Sportartikelhersteller Nike und auch europäische Unternehmen ihre Zusammenarbeit mit dem Land. Die USA hatten Anfang Mai das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt und scharfe Sanktionen wieder in Kraft gesetzt.

Die USA sind der weltweit wichtigste Sportartikel-Markt. Adidas, immerhin weltweit die Nummer Zwei, kommt dort nur schwer gegen die Marktmacht von Nike an. Die Marke aus Herzogenaurach pumpt seit Jahren einen großen Teil des Werbebudget in die USA, um aufzuholen. Adidas-Chef Kasper Rorsted hat damit zunehmend Erfolg. "Wir verstehen derzeit wohl den US-Konsumenten besser", sagte der Manager zu Beginn des Jahres. Denn Adidas wächst in den USA schneller als der Rivale aus Oregon. Sowohl Nike als auch der Baltimore-Konkurrent Under Armour schwächelten dort zuletzt.

Allerdings hat Adidas mit einem Rückschlag zu kämpfen: Der Sportartikelriese musste im Juni 2018 US-Verbraucher vor einem möglichen Datendiebstahl warnen. Die Hackerattacke umfasse wohl Kontaktinformationen wie Nutzernamen und Passwörter von Kunden, die über die US-Website Artikel gekauft haben, teilte das Unternehmen damals mit. 

Adidas-Chef Rorsted hat ein gutes Gespür für Image-Fragen. In diesem Jahr bekommt er erneut den "Deutsche Image Award" (Organisatoren: Faz-Institut, Prime Research und die Frankfurter Allgemeine Zeitung) verliehen - bereits zum zweiten Mal. Der Preis geht auch an den Leiter der Unternehmenskommunikation Jan Runau. (mit dpa)

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