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Deutsche Post Direkt
Adresshandel: Post weist BamS-Bericht zurück

"So verhökert die Post Kundendaten an CDU und FDP": Mit dieser Meldung sorgte "Bild am Sonntag" an Ostern für erheblichen Wirbel. Ein Sturm im Wasserglas.

Text: W&V Redaktion

3. April 2018

Sitz des Logistikkonzerns: Der Post-Tower in Bonn.
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Die "Bild am Sonntag" hatte in ihrer Osterausgabe berichtet, der ehemalige Staatskonzern verkaufe seit vielen Jahren über die Tochter Deutsche Post Direkt Kundendaten an Parteien zu Wahlkampfzwecken. Dabei gehe es sowohl um straßengenaue Analysen als auch um Aussagen zur "Parteiaffinität" bei Gebäuden mit mindestens sechs Haushalten. "Das erinnert an Facebook", schlussfolgerte die BamS.

Die Reaktion der Post ließ nicht lange auf sich warten: "Das Unternehmen übermittelt an die Parteien keine personenbezogenen Adressen und hält sich selbstverständlich an geltendes Recht." Außerdem würden die sogenannten Mikrozellen-Daten, auf die sich der BamS-Bericht bezieht, lediglich vermietet und nicht verkauft. Hierbei würden keinerlei Adressdaten direkt an die Werbungtreibenden übermittelt.

In einer CDU-Stellungnahme heißt es, die Partei habe im letzten Bundestagswahlkampf "ein potenzialgestütztes Mailing bei der Post in Auftrag gegeben. Dabei wurden keinerlei Daten an die CDU übermittelt." Die FDP weist den BamS-Bericht ebenfalls zurück. Ihr parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, nannte den Bericht "Unsinn".

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