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Shitstorm
AfD legt sich mit Bio-Supermarkt an - wegen Hirse

Bereits im Juli nahm der Leipziger Lebensmittelladen Biomare Produkte der Spreewälder Hirsemühle aus den Regalen - weil das Unternehmen von einem Klimawandel-Leugner und AfD-Mann geleitet wird. Das verleitete die AfD zu Boykott-Drohungen. Aber Biomare ist nicht allein.  

Text: W&V Redaktion

4. Oktober 2019

Auch Alnatura listet die Produkte de Spreewälder Hirsemühle aus.
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Der Leipziger Supermarkt Biomare, der Produkte der Marke Spreewälder Hirsemühle wegen der AfD-Zugehörigkeit des Inhabers aus den Regalen genommen hat, sieht sich Beschimpfungen ausgesetzt. Seit die Aufregung in dieser Woche hochgeschwappt ist, seien rund 200 Kommentare über die Firmen-Internetseite eingegangen, sagte Geschäftsführer Malte Reupert. Davon seien drei Viertel Beschimpfungen und Bedrohungen, es seien aber keine Morddrohungen. Es gebe in den Biomare-Läden viel Unterstützung und Solidarität der Kunden.

Der Supermarkt hatte schon im Juli die Hirse-Produkte ausgelistet. Schilder an den Regalen informieren die Kunden seither darüber, dass der Inhaber der Hirsemühle AfD-Funktionär sei und die Partei den menschengemachten Klimawandel leugne. "Wer den Klimawandel leugnet, stellt sich gegen den wesentlichsten Grundwert unserer Branche", sagte Reupert. Deswegen sei die Bio-Hirse aus den Regalen genommen und durch einen anderen Lieferanten ersetzt worden. Der Schriftverkehr zwischen Biomare und der Hirsemühle lässt sich hier nachlesen. Auch andere Bio-Ketten wie etwa Alnatura verabschiedeten sich von der Hirsemühle.

Das Thema kam laut Reupert diese Woche in die größere Öffentlichkeit, nachdem der Pressesprecher der AfD-Bundestagsfraktion auf Twitter ein Foto des Infoschildes geteilt hatte. "Ökos! Wehrt Euch! Kauft nicht bei AfDlern!", schrieb er dazu.

Der Biomare-Gründer nimmt die Aufregung gelassen: "Wir sind ein privates Unternehmen. Ich habe Gewerbefreiheit wie jeder andere Mensch auch", sagt Reupert. Jeder entscheide selber, wie und welche Produkte er einkaufe. Die Hirsemühle war am Freitag zunächst nicht telefonisch zu erreichen.

dpa

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