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Kreation des Tages
Agent-Provocateur-Spot: Empowerment oder Sexismus?

Das Dessouslabel Agent Provocateur lässt Spitzenathletinnen in seiner Wäsche Höchstleistungen vollbringen und verkauft dies als "Female Empowerment". Doch nicht alle nehmen das der Marke wirklich ab.

Text: W&V Redaktion

19. März 2020

"Play To Win": Szene aus dem umstrittenen Spot von Agent Provocateur.
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"Play To Win" heißt das Motto der diesjährigen Frühjahrs-/Sommerkampagne des britischen Dessouslabels.

Im Zentrum der Kampagne steht ein 60-sekündiger Spot, in dem vier Olympia-Athletinnen ihren Auftritt haben: die Kunstturnerin Georgia-Mae Fenton, die Hürdenläuferin Queen Harrison-Claye, die Stabhochspringerin Alysha Newman und die US- Kletterin Sasha DiGiulian. In der Wäsche von Agent Provocateur vollführen sie in dem Film ihre Spitzenleistungen - zum Soundtrack von "Oh Yeah" (Yello) aus dem Jahr 1985.

In den Augen des Unternehmens ist das ein exzellentes Beispiel für "Female Empowerment".

Aber diese Meinung teilen offenbar nicht alle. Die 400-Meter-Hürdenläuferin Sage Watson kritisiert den Auftritt scharf. Ihr habe es das Herz gebrochen, als sie die Kampagne sah, teilt sie auf Instagram mit. Für Spitzensportler seien nicht Brüste und Po wichtig, sondern Arme, Beine, Rücken, Bauchmuskeln und die mentale Stärke. Sie selbst sei nach den Olympischen Spielen monatelang sexuell belästigt worden, weil ein Kameramann nach dem Rennen ihren Hintern in Nahaufnahme gezeigt hatte. Kein Mensch habe sich mehr dafür interessiert, dass sie ihr erstes olympisches Halbfinale erreicht hatte: "Es war mit das Schrecklichste, was ich jemals erlebt habe."

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Autor: Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.

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