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Kunstwerk als Werbekulisse
Ai Weiwei verklagt VW wegen unerlaubter Werbung

Via Instagram macht der Künstler Ai Weiwei sehr deutlich, was er davon hält, dass VW eine seiner Kunstinstallationen ungefragt als Hintergrund für ein Werbemotiv genutzt hat.

Text: W&V Redaktion

23. Mai 2019

Der Künstler Ai Weiwei legt sich mit VW an: "Sie stehen nicht über dem Gesetz."
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Ai Weiwei auf dem Weg von Berlin nach Kopenhagen zur Anhörung vor Gericht. Er machte via Instagram vor dem Termin sehr klar, was er von Volkswagen, seinem Prozessgegner, hält: Zu sehen ist Ai Weiwei mit VW-Logo und Stinkefinger.

Der Künstler hat die dänische Niederlassung des deutschen Automobilkonzerns verklagt. Dieser habe seine Urheberrechte verletzt, indem er sein Kunstwerk "Soleil Levant" in einer Anzeige für den VW Polo verwendet habe.

Um dieses Kusntwerk und diese VW-Werbung geht es: Im Hintergrund ist Ai Weiweis Installation zu sehen.

Im März begründete der Künstler die Klage auf seinem Instagram-Account. "Soleil Levant" aus dem Jahr 2017 habe er anlässlich des World Refugee Day geschaffen. Die Arbeit besteht aus 3500 Rettungswesten von Flüchtlingen. Volkswagen Denmark habe ein unautorisiertes Foto der Installation in seiner Anzeige für den VW Polo genutzt. Er sei als Künstler nicht genannt worden, das Kunstwerk wurde nicht erwähnt, der Bildausschnitt ohne Erlaubnis gewählt.

Seit November 2017 habe Ai Weiwei mehr als ein Jahr lang versucht, die Angelegenheit mit VW zu regeln, schreibt er. Und seitens Volkswagen Arroganz und Bagatellisierung erfahren. "Geistiges Eigentum ist das Herz einer Gesellschaft, die menschliche Ideen wertschätzt", plädiert Weiwei in dem Eintrag. "Der Respekt vor dem gesetzlichen Schutz geistigen Eigentums ist einer der Eckpfeiler eines funktionierenden Rechtssystems." Das sollte VW als eines der größten europäischen Unternehmen wissen, urteilt der Künstler.

Der WAZ zufolge habe der Fotograf des Bildes und Pressechef von VW Denmark vor Gericht ausgesagt, er habe nicht bemerkt, dass der Hintergrund seines Fotos ein Museum sei und eine Installation mit Schwimmwesten enthalte. 

Das Gerichtsurteil wird für Ende Juli erwartet.

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