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11.11.
Alibaba meldet Rekorde am "Singles Day" in China

Chinas Online-Gigant Alibaba glänzt mit starken Verkaufszahlen. Überschattet wird das Konsumfestival allerdings von zahlreichen Problemen, mit denen der Konzern von Milliardär Jack Ma zu kämpfen hat.

Text: W&V Redaktion

11. November 2020

Alibaba machte den Singles Day 2009 zum Verkaufsevent.
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Chinas Online-Riese Alibaba hat während der größten Rabattschlacht der Welt einen Verkaufsrekord erzielt. Wie der Konzern eine halbe Stunde nach dem offiziellen Start in einem Zwischenstand mitteilte, verkaufte er im Rahmen des "Singles Day" Waren im Wert von umgerechnet 372,3 Milliarden Yuan (etwa 47,7 Milliarden Euro).

Anders als in den Vorjahren lockte Alibaba Kunden dieses Mal allerdings schon seit Anfang November mit Einkaufsfenstern und Sonderaktionen, die in das Ergebnis einfließen. Der Rekord ist deshalb nicht direkt mit dem Ergebnis des Vorjahres vergleichbar, als der Konzern 268,4 Milliarden Yuan umsetzte. 342 Marken, darunter  Apple, L’Oréal, Haier, Estée Lauder, Nike, Huawei, Lancôme, Xiaomi und Adidas vertickten Waren im Wert von mehr als 100 Millionen Yuan. Neben Zugriffen aus China vermeldete Alibaba reges Interesse aus anderen Ländern. Ganze vorne dabei sind: USA, Russland, Frankreich, Malaysia und Singapur.

Alibaba bot nach eigenen Angaben mit zwei Millionen Produkten mehr als doppelt so viele Waren auf seinen Plattformen an wie im Vorjahr. In der Spitze seien 583.000 Bestellungen pro Sekunde abgegeben worden. Alibaba erwartet über 250.000 teilnehmende Marken und 800 Millionen Verbraucher, was die Veranstaltung zum weltweit größten Online-Shopping-Ereignis macht. Außerdem werden sich 200 Luxusmarken beteiligen, doppelt so viele wie im letzten Jahr. Auch andere chinesische Handelsplattformen rechneten am Mittwoch mit starken Verkäufen.

Inzwischen nimmt auch die Bestellbereitschaft in Deutschland zu, sagt Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh (Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland): "Der "Singles Day" ist DAS Shopping-Ereignis in der Volksrepublik China mit ihren aktuell mehr als 900 Millionen Internetnutzern. Damit ist er besonders wichtig für deutsche Unternehmen, die mit ihrem Warenangebot auch in China vertreten sind. Aber auch in Deutschland wird dieser Tag zum Shoppen im Netz immer beliebter und läutet mit den folgenden Angebotstagen, wie dem sogenannten "Black Friday" und der sogenannten "Cyber Week", das Online-Weihnachtsgeschäft ein. Und das ist gut so, denn so können insbesondere die Logistik-Kapazitäten bis Weihnachten gleichmäßiger ausgelastet werden. Dies ist besonders wichtig in Corona-Zeiten, wo viele Verbraucherinnen und Verbraucher verstärkt im Onlinehandel einkaufen, weil dies bequem von zuhause, sicher und kontaktlos möglich ist. Dafür sind unsere Branche und ihre Zustellpartner gut gerüstet und wir freuen uns sehr auf die Hochsaison des Jahres.

Der "Singles Day" am 11. November galt in China unter Studenten ursprünglich als eine Art Anti-Valentinstag für Alleinstehende, weil das Datum nur aus Einsen besteht. 2009 begann dann Alibaba, seinen Kunden an dem Tag für 24 Stunden hohe Preisnachlässe zu gewähren. Konkurrenten folgten dem Beispiel.

Überschattet wurden die starken Verkäufe beim "Singles Day" für Alibaba in diesem Jahr von gleich mehreren schlechten Nachrichten, die der Konzern in den vergangenen Tagen hinnehmen musste. So stoppten chinesische Regulatoren vergangene Woche überraschend den Börsengang der Finanztochter Ant Group. Zudem gibt es Bedenken, dass die Aufsichtsbehörden in China versuchen wollen, die enorme Marktmacht von Alibaba und anderen chinesischen Tech-Firmen mit neuen Regeln einzudämmen.

Neben Elektronik- und Kosmetikartikeln erwarteten Analysten beim diesjährigen "Singles Day" eine besonders große Nachfrage nach Luxusartikeln. Da Chinesen diese vorzugsweise auf Auslandreisen kaufen würden, die in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht möglich seien, deckten sich Kunden nun eben am "Singles Day" ein.

Alibaba hatte das Einkaufsfestival wie gewohnt am Vorabend mit einer großen Gala eingeläutet. In diesem Jahr trat Katy Perry als Stargast auf, die allerdings wegen der Corona-Pandemie nur zugeschaltet werden konnte.

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