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Aus PET-Flaschen
Audi stellt nachhaltige Sitzbezüge vor

Audi verwebt recycelte PET-Flaschen in Sitzbezüge des neuen A3. Der Anteil an Rezyklaten in der Flotte soll in den nächsten Jahren deutlich steigen und auf alle Modellreihen ausgeweitet werden. 

Text: W&V Redaktion

26. Februar 2020

Für den Audi A3 gibt es drei verschiedene Stoff-Designs, die bis zu 89 Prozent Rezyklat-Anteil haben.
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Audi bietet für den neuen A3 erstmals Sitzbezüge aus Recycling-Material an. Bis zu 89 Prozent des verwendeten Textils bestehen Unternehmensangaben zufolge aus recycelten PET-Flaschen, die in einem speziellen Verfahren zu Garn verarbeitet werden. Das Resultat sind Stoffe, die optisch und haptisch gleiche Qualitätsstandards wie klassische Textilbezüge gewährleisten, heißt es. 

Insgesamt werden pro Sitzanlage bis zu 45 PET-Flaschen à 1,5 Liter verwertet. Hinzu kommen weitere 62 PET-Flaschen, die für den Teppich im neuen Audi A3 recycelt wurden. Auch weitere Komponenten des Interieurs bestehen vermehrt aus Sekundärrohstoffen, so zum Beispiel Dämmstoffe und Dämpfungsbauteile, die Seitenverkleidung des Kofferraums, der Ladeboden und die Einlegematten. Der Anteil an Rezyklaten in der Flotte soll laut Audi in den nächsten Jahren deutlich steigen. 

Aktuell sind die Sitzbezüge noch nicht voll und ganz aus recyclingfähigem Material gefertigt. "Die Herausforderung stellt das Untergewebe dar, das per Kleber mit dem Obermaterial verbunden wird. Wir arbeiten daran, auch diesen durch recyclingfähiges Polyester zu ersetzen", sagt Ute Grönheim, bei Audi zuständig für die Materialentwicklung im Bereich Textilien. "Unser Ziel ist es, den Sitzbezug komplett aus sortenreinem Material herzustellen, damit es wieder dem Kreislauf zugeführt werden kann. Davon sind wir nicht mehr weit entfernt." 

So funktioniert das Recycling-Verfahren:

Noch im Handel werden die Einweg-Flaschen für den Lkw‑Transport platzsparend gepresst. Im Recyclingwerk angekommen, erfolgt die Sortierung hinsichtlich Farbe, Größe und Qualität. Fremdstoffe wie etwa die Kappen werden separiert. Anschließend zerkleinert eine Mühle die Flaschen in sogenannte Flakes, die gewaschen, getrocknet und eingeschmolzen werden. Düsen formen aus der Masse endlos lange Kunststoff-Stränge.

Nach dem Erkalten häckselt eine Maschine diese in kleine Stücke. Im Ergebnis entsteht Granulat, das sogenannte Rezyklat, das durch Extrusion zu Fäden verarbeitet wird. Auf Spulen gewickelt werden diese schließlich für die Herstellung von Stoffen genutzt.

Einen Filmbeitrag zur Herstellung des PET-Stoffes finden Sie hier.


Autor: Maximilian Flaig

ist seit 2018 W&V-Redakteur und verbringt in dieser Funktion die meiste Zeit des Tages im Agenturressort. Dort versorgt ihn die kreativste Branche der Welt zuverlässig mit guten Geschichten - oder mit Zahlen für diverse Rankings. Sport- und Online-Marketing interessieren den gebürtigen Kölner besonders. 

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