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Petition wegen Diskriminierung
"Autistische Zombies": AOK vergreift sich gehörig im Ton

Die AOK benutzt in ihrem Jugendmagazin den Ausdruck "autistische Zombies". Münchner Eltern fordern eine Gegendarstellung und starten eine Petition, als eine Reaktion der Krankenkasse immer länger auf sich warten lässt. 

Text: W&V Redaktion

19. Oktober 2018

Joerg Schudrowitz startete diese Petition, um eine Entschuldigung der AOK zu erwirken.
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"Verwandelt dich Netflix-Glotzen wirklich in einen autistischen Zombie?" Über diesen Satz eines Artikels in der Ausgabe 4/2018 des Jugendmagazin AOK On zum Thema Binge-Watching stolperte Jörg Schudrowitz, Vater eines autistischen Sohnes aus München: "Eine Behinderung als beschreibendes Adjektiv für einen Zombie zu verwenden ist nicht nur geschmacklos, es verstärkt falsche Assoziationen mit Autismus und erschwert die Inklusive." Der 44-Jährige forderte die AOK auf, sich zu entschuldigen.

Daraufhin hatte die AOK laut Schudrowitz zwar via Twitter-Tweet in 240 Zeichen "lapidar" zugegeben, dass der Ausdruck ein Fehler war:

Als sich die AOK aber nach wie vor weigerte, in der nächsten Magazinausgabe eine Entschuldigung abzudrucken, startete der Vater eines Dreijährigen eine Petition via Change.org. 37.548 Menschen unterzeichneten insgesamt.

Auch auf Nachfrage von W&V am vergangenen Dienstag folgte von Seiten der AOK Pressestelle zunächst keine Reaktion. Man habe die Anfrage erhalten, und sie an die Referenten weitergegeben. Die Frage, ob mit einer Entschuldigung zu rechnen sei, konnte man weder telefonisch noch schriftlich beantworten. 

Erst auf Anfrage des Spiegels teilte der Pressesprecher des AOK-Bundesverbands, Kai Behrens, mit, dass die "Formulierung ein Fehler" gewesen sei. Die Krankenkasse hat nun mittlerweile angekündigt, in der kommenden "AOK On"-Ausgabe "eine Entschuldigung abzudrucken.

Das bestätigte auch Ralf Schweikart, verantwortlicher Redakteur von AOK On. Zudem plane man, einen fundierte, größere Geschichte zum Thema Autismus.

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