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Gastbeitrag
B2B-Kommunikation: Absage an Twitter

Erstmals seit zehn Jahren gibt es einen Wechsel im Ranking der Social-Media-Kanäle im B2B-Bereich. Jacqueline Althaller, die die Studie dahinter verantwortet, analysiert die neuen ToDos für Unternehmen.

Text: W&V Redaktion

25. November 2020

Jacqueline Althaller, Gründerin und geschäftsführende Gesellschafterin von Althaller communication, verantwortet die Studie Social Media in der B2B-Kommunikation.
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Das Ranking der Social-Media-Kanäle im Bereich B2B hat sich drastisch geändert, so Jacqueline Althaller, Gründerin und geschäftsführende Gesellschafterin von Althaller communication. Zusammen mit dem Erster Arbeitskreis Social Media in der B2B-Kommunikation führt Althaller communications seit 2010 die DACH-weite Studie „Social Media in der B2B-Kommunikation" durch. In ihrem Gastbeitrag erläutert Jacqueline Althaller, was die Verschiebungen für Unternehmen respektive die Chefetagen und Mitarbeiter bedeuten.

95,8 Prozent der befragten B2B-Unternehmen in Deutschland nutzen, laut der aktuellen Studie „Social Media in der B2B-Kommunikation“, Social Media als Kommunikationskanal. Die Frage, ob Social Media für die B2B-Branche sinnvoll ist, stellt sich somit eindeutig nicht mehr – Unternehmen wissen um die Bedeutung Ihrer Social-Media-Kommunikation für Neukundengewinnung, Recruiting und Leadgenerierung. Diese Erkenntnisse werfen gleichzeitig weitere Fragen auf: Welche Kanäle werden mit welchen Inhalten bespielt? Was sind die Herausforderungen in 2021? Wer repräsentiert das Unternehmen auf Social Media nach außen?

Erstmals seit zehn Jahren: B2B geht weg von Twitter

2020 ist ein Jahr der Veränderungen – so auch in der B2B-Social-Media-Kommunikation. Erstmals seit zehn Jahren gibt es einen Wechsel im Ranking der meistgenutzten Social-Media-Kanäle in der B2B-Kommunikation: Twitter verliert im Ranking der Top Five und wird auf Platz fünf durch Instagram ersetzt. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse unserer B2B-Social-Media-Studie. Die Stakeholder-Ansprache verschiebt sich von der Kurznachrichtenplattform auf das Business-Netzwerk Linkedin, welches im Ranking auf Platz eins bleibt und noch einmal kräftig an Bedeutung zulegt. Linkedin hat damit einen Superstar-Status erreicht und ist mittlerweile sogar in der Chefetage angekommen. Die CEO-Positionierung auf LinkedIn im Zusammenspiel mit den unternehmenseigenen Kanälen schafft Synergien, die dabei unterstützen, B2B-Unternehmen erfahrbarer zu machen.

Superstar Linkedin, Shooting Star Instagram

Neben LinkedIn gibt es in 2020 einen weiteren Shooting Star: Instagram. Während Instagram in der B2C-Branche schon fester Bestandteil der Online-Kommunikation ist und sich zu einer Verkaufsplattform gewandelt hat, war die B2B-Branche hier vorsichtiger. Grund hierfür war unter anderem, dass die Zielgruppe nicht bekannt war und somit die richtige Ansprache gefehlt hat. Mittlerweile hat sich Instagram zu einer echten Recruiting-Plattform entwickelt, denn junge Nachwuchstalente sind besonders hier anzutreffen. Dynamische Inhalte helfen dabei, diese Zielgruppe anzusprechen.

2021: Neue Herausforderungen für die Chefetagen

Die Geschäftsführung ist in diesem Jahr stärker in die Social-Media-Kommunikation involviert. Aussagen wie „Für Social Media habe ich meine Abteilung!“ gehören nun endgültig der Vergangenheit an. Social Media ist Chefsache. 2021 muss sich besonders die Geschäftsführung fragen „Wofür steht mein Unternehmen eigentlich und wie will ich das vermitteln?“. B2B-Unternehmen haben gerade über die vergangenen drei Jahre ein Gefühl für ihre eigene Kommunikation entwickelt – die Zielgruppen sind bekannt und werden auf den geeigneten Kanälen angesprochen. Ist die Bespielung eines Kanals nicht mehr zielführend, können mit der Stilllegung Ressourcen und Budget gespart werden. Aber Vorsicht: Nehmen Sie Ihre Follower an die Hand – eine abrupte Verabschiedung könnte Ihre Netzwerkpflege negativ beeinflussen.

Mitarbeiter müssen zu Social-Media-Leuchttürmen werden

Die Handlungsschwerpunkte für B2B-Unternehmen werden 2021 vor allem darin liegen, ihre Mitarbeiter auf Social Media als Leuchttürme für die Marke aufzubauen. So wird das Unternehmen nach außen transparent dargestellt und gleichzeitig werden die Unternehmenskultur sowie -werte vermittelt. Zudem sind Mitarbeiter für die Beschreibung und Präsentation der eigenen Produkte am besten geeignet – sie haben das nötige Know-how und treten als Experten auf. Das schafft Vertrauen und bindet nicht nur Follower, sondern auch Kunden langfristig. Wer 2021 erfolgreich kommunizieren will, sollte vor allem auf Glaubwürdigkeit setzen.

Infos zur B2B-Social-Media-Studie 2020

An der B2B-Social-Media-Studie 2020 von Althaller communication und dem Erster Arbeitskreis Social Media in der B2B-Kommunikation haben 701 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz teilgenommen. Die Studie „Social Media in der B2B-Kommunikation – wie verändert sich die Nutzung der Kanäle?“ befragt seit 2010 jährlich B2B-Unternehmen unterschiedlichster Größe und Branche nach ihrer Nutzung von Social Media, um künftige Trends abzuleiten und Orientierungshilfe zu geben. Abgefragt wurden auch in diesem Jahr folgende Kernfragen:

  • Wie haben sich Social Media im vergangenen Jahr weiterentwickelt?
  • Welche Trends und Entwicklungen zeichnen sich ab?
  • Welche Erwartungen hat die B2B-Community an Social Media?

Die Erkenntnisse der aktuellen Studie können hier heruntergeladen werden.


Autor: W&V Gastautor

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