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Warenhauskonzerne
Banken stimmen Fusion von Karstadt und Kaufhof zu

Mit dem Zusammenschluss entsteht der zweitgrößte Warenhauskonzern Europas. Nun wird nach einem neuen Markennamen gesucht. Bei Kaufhof fallen 5000 Arbeitsplätze weg.

Text: W&V Redaktion

6. September 2018

Karstadt übernimmt Kaufhof. Damit entsteht der zweitgrößte Warenhauskonzern Europas.
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Die Fusion der beiden deutschen Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof steht. Nach monatelangen Verhandlungen haben die Banken einer Zusammenlegung der Geschäfte der beiden Unternehmen zugestimmt, das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in der Ausgabe am Donnerstag. Damit entsteht der zweitgrößte Warenhauskonzern Europas.

Die Folgen für das Personal: Bei Kaufhof sollen etwa 5000 der insgesamt knapp 20.000 Arbeitsplätze wegfallen. Die verbleibenden Mitarbeiter erhalten einen Sanierungstarifvertrag mit niedrigeren Gehältern, so die Zeitung weiter. 

Signa übernimmt Mehrheit

Der Karstadt-Eigner Rene Benko und seine Signa-Holding sowie der kanadische Kaufhof-Eigner Hudsons's Bay Company (HBC) hatten sich Anfang Juli auf eine Zusammenlegung der Ketten verständigt. Signa soll nun 50,1 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens und damit auch die Führung des neuen Warenhausriesen übernehmen.  

Die beiden Warenhäuser sollen ihre Markennamen vorerst behalten, heißt es in dem Bericht. Künftig soll es aber eine neue gemeinsame Marke geben. 

Seit der Übernahme durch HBC vor drei Jahren macht Kaufhof steigende Verluste in Millionenhöhe und soll am Rande der Insolvenz stehen. Im Management des neuen Gemeinschaftsunternehmens sitzt deshalb niemand von HBC, das sei eine Forderung der Banken gewesen, heißt es. Karstadt hat dagegen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 erstmals seit zwölf Jahren wieder einen Gewinn erzielt.  

Karstadt-Chef Stephan Fanderl, der auch Chef der Einzelhandelssparte von Signa ist, sowie Karstadt-Finanzchef Miguel Müllenbach sollen der "Süddeutschen" zufolge das Unternehmen gemeinsam leiten. 

Zusammen kommen Karstadt und Kaufhof mit mehr als 30.000 Mitarbeitern auf einen Jahresumsatz von etwa fünf Milliarden Euro. Der größte Warenhauskonzern Europas, das spanische Unternehmen El Corte Inglés, erwirtschaftet mehr als das Doppelte.

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