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Diversität
Barilla steht ab sofort auf queer und pink

Homosexuelle haben in der Barilla-Werbung nichts verloren - so sagte Konzernchef Guido Barilla 2013 sinngemäß. Heute lässt er Drag Queens und Transsexuelle an der Spaghetti-Tafel Platz nehmen - Teil seiner ehrgeizigen Diversity-Agenda. 

Text: W&V Redaktion

5. November 2019

Alle sind willkommen: Barilla fördert Diversität.
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Eine Prise Diversität und dazu ein paar Drag Queens - so vermarktet Barilla seine Spaghetti heute. Der italienische Nudel-Fabrikant zeigt in seiner aktuellen Kampagne die ganze bunte Vielfalt an Gender-Definitionen. Am Ende ruft Film-Ikone Sophia Loren dann alle an den gemeinsamen Essenstisch: "E pronto!"

Die Botschaft ist klar: Jeder soll in den Genuss der Hartweizenprodukte kommen. Doch damit nicht genug: Barillas Spaghetti No. 5 kommen in limitierter Auflage in einer pinken Verpackung ins Regal einiger ausgewählter italienischer Läden.

Mit dem Vorstoß wollen die Italiener verbrannte Erde wieder fruchtbar machen: Im Jahr 2013 hat sich Konzernchef Guido Barilla unbeliebt gemacht, als er sich gegen einen möglichen Auftritt von Homosexuellen in der Barilla-Werbung ausgesprochen hat. Das klassische Familienbild bestehe für ihn aus Vater, Mutter und Kind, sagte der Urenkel des Firmengründes Pietro Barilla Senior in einem Interview. Wem das nicht passt, der könne gerne andere Nudeln essen. 

Im Web hagelte es daraufhin heftige Kritik und sogar Aufrufe zum Boykott - worauf Barilla mit einem Kurswechsel reagierte. Hannah Hart eine lesbische US-Youtuberin, wurde 2016 zum "Pasta Girl" ernannt und 2018 war ein lesbisches Paar in limitierte Auflage auf Spaghetti-Packungen zu sehen. Mit der nun pinken Verpackung und dem Auftritt von Drag Queens, Transsexuellen und schwarzen Models will der Fabrikant auf die neuen Unternehmensziele von Gleichberechtigung und Diversität hinweisen. Die Kampagne entstand in Zusammenarbeit mit der italienischen Modefirma GCDS.

Dass dem Nudelhersteller das Diversity-Thema wirklich ernst ist, zeigt auch die steigende Prozentzahl an weiblichen Führungskräften. Noch 2014 arbeiteten in der Unternehmensleitung 28 Prozent Frauen, 2019 sind es 32 und bis 2020 sollen es laut Barilla 50 Prozent sein. 

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