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Studie zur Markenbindung bei Baumärkten
Baumarkt: Nähe sticht Marke

Wer in den Baumarkt geht, wählt zuerst einen in der Nähe. Zu welcher Kette er gehört, ist nur für jeden Fünften relevant, ermittelte Bazaarvoice.

Text: W&V Redaktion

26. Februar 2019

Bauhaus, Obi, Hagebau, Hornbach und Toom (im Uhrzeigersinn) sind die bekanntesten Baumarkt-Marken in Deutschland.
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19 Prozent der Deutschen wählen einen Baumarkt aufgrund seines Markennamens aus. An erster Stelle steht die räumliche Nähe.Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Bazaarvoice. Der Anbieter von Online-Shopping-Lösungen hat Morar Consulting eine Befragung unter 4250 Verbrauchern in Deutschland, Frankreich und Großbritannien durchführen lassen. 1400 Befragte kamen aus Deutschland.

Unter diesen haben die fünf gößten Baumarktketten Obi, Bauhaus, Hornbach, Toom und Hagebau einen Bekanntheitsgrad zwischen 75 und 61 Prozent. Was die Kunden aber in die Märkte bringt, ist laut Umfrage für 61 Prozent von ihnen die räumliche Nähe, 53 Prozent der Deutschen suchen Baumärkte nach dem Preis aus.

In Großbritannien spielt die Marke immerhin für 34 Prozent der Konsumenten im Heimwerkersegment eine Rolle. In Frankreich entscheidet dagegen der Preis mit 71 Prozent noch stärker über die Wahl eines Marktes.

Mehr als ein Drittel der Baumarkteinkäufe im Netz

Das Onlineshopping-Netzwerk Bazaarvoice hat auch erhoben, wie hoch der E-Commerce-Anteil in der Baumarktbranche ist: In Deutschland kaufen 38 Prozent der Befragten Heimwerkerbedarf online. Hier sieht Bazaarvoice eine Möglichkeit, die Markenbindung zu verstärken - über relevante Informationen und Inhalte.

60 Prozent der Deutschen sagen, dass Größe und Gewicht die Entscheidung zwischen On- und Offline-Einkauf beeinflussen. 84 Prozent der Befragten legen Wert auf eine akkurate Beschreibung von Eigenschaften und Funktionen. 54 Prozent achten auf Marken. Online spielen außerdem die Nutzerbewertungen eine große Rolle: Hier achten die Kunden auf Detailreichtum (66 Prozent), die Gesamtbewertung (55 Prozent) sowie darauf, dass Bewertende ein ähnliches Projekt durchführten (53 Prozent).

Tobias Stelzer, Bazaarvoice

"Beim Onlineshopping spielt vor allem die Meinung anderer Käufer eine Rolle, da Kunden so besser beurteilen können, ob Produkte für ihre Projekte geeignet sind. Unser jüngster Shopper Experience Index zeigt einen Anstieg der Konversion um 128 Prozent für Konsumenten, die mit nutzergenerierten Inhalten interagiert haben", sagt Bazaarvoice-Vertriebschef Tobias Stelzer.

Online finden die Hobbyheimwerker außerdem Infos - gern im Social Web: 28 Prozent nutzen Social Media zur Informationsbeschaffung, klassische Magazinen hingegen 18 Prozent. Unter den sozialen Medien dominiert klar Youtube - wer Tipps sucht, tut es zumeist dort (78 Prozent). Im analogen Leben sind Freunde mit 54 Prozent die wichtigsten Ansprechpartner für Heimwerker.

Selbermachen ist angesagt

Bazaarvoice ließ auch abfragen, welche Projekte die Umfrageteilnehmer vor sich haben. 62 Prozent möchten demzufolge in den nächsten ein bis zwei Jahren dekorative Renovierungsarbeiten vornehmen, beispielsweise streichen oder Regale aufstellen. 25 Prozent möchten sogar strukturelle Arbeiten an der Bausubstanz vornehmen, zum Beispiel die Raumaufteilung ändern. 20 Prozent planen Großprojekte wie einen Anbau.

90 Prozent der Deutschen möchten in diesem Jahr in Do-It-Yourself-Projekte investieren. 40 Prozent planen dafür 200 bis 1.000 Euro auszugeben, 14 Prozent sogar über 1.000 Euro.

Beim Selbermachen gibt es klare Kompetenzbereiche vom ambitionierten Laien bis zum Beinahe-Profi. So trauen sich tatsächlich mehr Befragte zu, selbst zu streichen (64 Prozent) als eine Glühbirne auszuwechseln (58 Prozent). Etwa jeder zweite schafft es, selbst Beleuchtung zu installieren (50 Prozent) und zu bohren und zu schrauben (49 Prozent). 

Weniger Selbstvertrauen legen die Befragten an den Tag, wenn es ums Bodenverlegen (33 Prozent), einfache Installateurarbeiten (25 Prozent) und Verputzen (23 Prozent) geht. Die wenigsten trauen sich elektrische Verkabelung (19 Prozent) und Fliesenlegen (17 Prozent) zu.

"Die Ergebnisse zeigen, dass die Deutschen gerne verschiedene Renovierungsprojekte selbst durchführen möchten und auch bereit sind, dafür Geld zu investieren. Allerdings verfügen nicht alle Heimwerker über das Wissen und die Fertigkeiten für komplexere Tätigkeiten", sagt Tobias Stelzer von Bazaarvoice. "Die Tatsache, dass viele Konsumenten im Internet nach Informationen suchen, bedeutet eine große Chance für die Händler in einem volatilen Markt. Durch die Bereitstellung von hochwertigem Content können sie sich von der Konkurrenz differenzieren und die Kundenloyalität forcieren."

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