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Insolvenzantrag gestellt
Bei Air Berlin geht es jetzt um Krisen-PR

Die angeschlagenen Airline Air Berlin muss Insolvenz anmelden. Der Etathalter Scholz & Friends hält still.

Text: W&V Redaktion

15. August 2017

Es ist offiziell: Air Berlin meldet Insolvenz an
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Nun ist es doch passiert: Air Berlin meldet Insolvenz an. Großaktionär Etihad Airways hat am Dienstag angekündigt, keine weitere finanzielle Unterstützung mehr zu  liefern, da für die Airline "keine positive Fortbestehensprognose" mehr erkennbar sei.

Im April diesen Jahres hatte Etihad noch 250 Millionen Euro in das bröckelnde Business der Berliner gepumpt. Doch auch das konnte nicht verhindern, dass sich bei Air Berlin Flugausfälle und Verspätungen häuften. Folge: Die Fluggäste buchten lieber bei anderen Airlines.

Der Flugbetrieb soll nun, dank eines Überbrückungskredits der Bundesregierung, trotzdem erstmal weitergehen. Parallel wird über den Verkauf verschiedener Geschäftsbereiche verhandelt; offenbar zeigt sich Lufthansa bereits interessiert. Möglicherweise will der Konkurrent auch Personal der angeschlagenen Air Berlin-Gruppe übernehmen.

Scholz & Friends holte den Etat erst Anfang 2017

Auch bei der Agentur Scholz & Friends, die Anfang des Jahres den Etat als neue Lead-Agentur holte, herrscht Verunsicherung. Die Freunde müssen abwarten, wie es weiter geht. Die WPP-Agentur sollte die Marke weiterentwickeln.

Dem Vernehmen nach ist die Kampagne weitgehend fertig. Doch on Air geht sie erst mal nicht (Media: Starcom). Alle Aktivitäten wurden vorerst eingestellt. Bislang geleistete Arbeiten wurden allerdings wie vereinbart beglichen, heißt es.

Der Kunde Air Berlin wird kanalübergreifend sowohl von Berlin wie auch von Hamburg betreut. Verantwortlich für die Kreation ist Niels Alzen, Chief Creative Officer und Partner der Gruppe. Für die Beratung steht Chief International Officer und Partner Percy Smend.   

Noch im März 2016 hatte Air Berlin mit einer anderen Agentur einen Versuch gemacht, sich im Premium-Bereich zu positionieren: Unter dem Motto "The Smart Alternative" wollte die DDB-Tochter Track potenzielle Passagiere mit dem Versprechen von angenehmen Check-Ins, bequemen Liegesitzen oder Top-Menüs mit Spitzenweinen locken. Vergebens.

Für Scholz & Friends wird es nun wohl in erster Linie erstmal um Krisen-PR gehen.

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