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Mutter Ceconomy streicht Jobs
Bei der Media-Saturn-Holding könnten 500 Stellen wegfallen

Deutschlands größter Elektronikhändler will jährlich viele Millionen Euro einsparen. Hunderte von Jobs sollen im Zuge des Sparprogramms beim Mutterkonzern von Media Markt und Saturn wegfallen.

Text: W&V Redaktion

30. April 2019

Die Geschäfte bei dem Mutterkonzern von Media-Markt und Saturn laufen schlecht. Jetzt sollen Hunderte Stellen wegfallen.
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Ceconomy kommt nicht zur Ruhe. Nun hat der neue Vorstandschef Jörn Werner dem Unternehmen, unter dem Media-Markt und Saturn vereint sind, einen Sparkurs verordnet. Er will Kosten schnell und radikal senken: Mit dem Abbau Hunderter von Stellen, einem strafferen Geschäft und schlankerem Management will Deutschlands größter Elektronikhändler zu profitablem Wachstum zurückkehren.

Das Sparprogramm betrifft vor allem die Verwaltungs- und Zentraleinheiten in Deutschland mit Sitz in der Zentrale in Ingolstadt. Auf dem Prüfstand stehen auch Geschäftsaktivitäten und kleinere Tochterfirmen. Über die Pläne will der künftig auf ein Duo verkleinerte Vorstand um Ceconomy-Chef Jörn Werner (CEO) und Finanzvorstand Karin Sonnenmoser an diesem Dienstag in Düsseldorf informieren - ebenso der Chef der MediaMarktSaturn Retail Group, Ferran Reverter Planet. 

Erst im März war bekannt geworden, dass die Media-Saturn-Agentur Redblue komplett neu aufgestellt wird. Die bisherigen Geschäftsführer der Red Blue Gruppe, Alexander Ewig (Marketing), Christian Nicholas Heß (CRM), Marcus Koch (Digitales) und Jan Störr (Landesmärkte) mussten gehen. Im Executive Board wurde die neue Funktion des Chief Marketing und Digital Officers (CMDO) geschaffen. Wie es für Redblue ausgeht? Noch unklar.

Was Ceconomy plant

Am Montagabend hatte Ceconomy überraschend mitgeteilt, dass mit dem Sparprogramm Prozesse, Strukturen und Geschäftsaktivitäten der Gruppe gestrafft und Kosten gesenkt werden sollen. Dem Vernehmen nach soll eine "mittlere dreistellige Zahl" Stellen wegfallen – 500 laut Handelsblatt. Das Programm umfasse auch die Überprüfung der Geschäftsaktivitäten von kleineren Unternehmen im Portfolio, hieß es weiter.

Auch das Management wird nicht verschont: Die Ceconomy-Spitze werde verkleinert und ab 1. Juni aus nur noch zwei Vorständen bestehen, heißt es. Die erwarteten Einsparungen des Programms beziffert Ceconomy auf 110 Millionen bis 130 Millionen Euro jährlich. Diese sollen den Angaben zufolge bereits mehrheitlich ab dem Geschäftsjahr 2019/20 wirksam werden.

2018 gab es bereits nach zähem Geschäftsverlauf einen abrupten Managementwechsel auf der ersten und zweiten Führungsebene - unter anderem mit den Abgängen von Konzernchef Pieter Haas und Finanzvorstand Mark Frese, die nach einem Gewinneinbruch das Unternehmen verlassen mussten.

Ceconomy beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben gut 27.000 Mitarbeiter, einschließlich der Elektronikmärkte. Weltweit belaufe sich die Beschäftigtenzahl auf gut 60.000.

ps/mit dpa 

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