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Zum Weltumwelttag
BMW blamiert sich mit Twitter-Umfrage

Der Autobauer hat zum Weltumwelttag eine Umfrage auf Twitter gestartet: Dass die wenigsten Teilnehmer auf einen "super-nachhaltigen" BMW als Fortbewegungsmittel setzen, hätte klar sein müssen.

Text: W&V Redaktion

11. Juni 2021

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Zum Gedenken an die Eröffnung der UN-Konferenz zum Schutz der Umwelt am 5. Juni 1972 in Stockholm wurde dieser Tag zum "Tag der Umwelt" erklärt. Weltweit finden jedes Jahr Veranstaltungen, Aktionen und Maßnahmen statt, die auf die zunehmende Umweltzerstörung aufmerksam machen und die Bevölkerung dafür sensibilisieren sollen, nachhaltiger mit der Natur umzugehen. 

Nachhaltiges Fortbewegungsmittel

Auch für viele Unternehmen ist dieser Tag eine gute Gelegenheit, sich zu positionieren und das eigene Engagement in den Fokus zu stellen. Das dachte sich auch BMW und startete eine Umfrage auf Twitter, in der der bayerische Autobauer von seinen Followern wissen wollte, wie sie sich nachhaltig in der Stadt fortbewegen und gleichzeitig einen Teil zum Umweltschutz beitragen.  

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Zur Auswahl standen Car-Sharing, E-Scooter, Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und "My super sustainable BMW". Vermutlich rechneten die Verantwortlichen damit, dass ihre Follower den "supernachhaltigen" Wagen ihres Unternehmens als favorisiertes Fortbewegungsmittel nutzen. Doch dem ist natürlich nicht so.

Die Ergebnisse sind eindeutig: Mit 87,1 Prozent liegt der ÖPNV klar vorne, weit abgeschlagen folgen E-Scooter mit 5,9 Prozent. Immerhin auf den dritten Platz hat es der BMW geschafft mit 5,1 Prozent. Nur 1,9 Prozent entschieden sich fürs Carsharing. Die Frage, was genau der Automobilhersteller überhaupt unter der Bezeichnung "super sustainable BMW" versteht, bleibt offen. 

Das Fahrrad fehlt komplett

Warum das Ergebnis unter BMW-Fans so deutlich ausfällt, könnte daran liegen, dass unter anderem Greta Thunberg mit ihren 4,9 Millionen Followern den Post retweetet hat. 

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Viele fragen außerdem zurecht bei BMW nach, warum das Fahrrad als Antwortmöglichkeit komplett fehlt. Auch "zu Fuß gehen" ist in der Umfrage keine Option, wobei diese Fortbewegungsmittel sicherlich die häufigsten sind.

Von Greenwashing und ressourcenbelastenden Herstellungsprozessen bei den E-Autos ist ja immer wieder die Rede. Besser, die BMW-Mitarbeiter:innen hätten sich an der Mehrheit orientiert statt nur an sich selbst.

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Auf Twitter äußert sich das Unternehmen bisher nicht zum Post. Gegenüber dem britischen Independent sagte ein Sprecher, dass BMW alle Follower dazu einlade, auf Twitter an den Umfragen zum Weltumwelttag teilzunehmen, um eine Diskussion über die Mobilität der Zukunft anzuregen.

Das Unternehmen habe sich dazu verpflichtet, bis 2030 den CO2-Ausstoßes im Lebenszyklus eines Fahrzeugs um ein Drittel im Vergleich zu 2019 zu reduzieren. Zudem sollen bis 2023 90 Prozent der aktuellen Marktsegmente vollelektrische Autos im Angebot haben, heißt es.

Trotz der missglückten Umfrage, sieht Twitter-Nutzer Ed Stott den Tweet positiv für BMW: "Gute Arbeit des Marketing-Teams. Es wird wahrscheinlich einige geben, die denken 'Ich hätte gerne ein neues Auto und BMWs sind jetzt nachhaltig, interessant'", schreibt er.


Autor: Katrin Ried

Ist Redakteurin im Marketingressort. Vor ihrem Start bei der W&V beschäftigte sie sich vorwiegend mit Zukunftstechnologien in Mobilität, Energie und städtischen Infrastrukturen. Für Techniktrends interessiert sie sich ebenso wie für Nachhaltigkeit, sozialen und ökologischen Konsum.

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