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Modemarken in der Krise
Bogner will die Firmenzentrale verkaufen

Nachdem der Umsatz leicht gestiegen war, sorgte die Corona-Pandemie auch beim Modelabel Bogner für einen Rückschlag. Das Unternehmen plant Entlassungen sowie den Verkauf der Firmenzentrale.

Text: W&V Redaktion

23. Juli 2020

Die Modebranche hat Probleme. Auch für Bogner läuft es seit langem nicht gut.
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Das Modeunternehmen Bogner kommt nicht zur Ruhe. Zuletzt hatte sich Vorstandschef Andreas Baumgärtner Ende März nach nur 29 Monaten im Amt aus persönlichen Gründen verabschiedet. Der Turnaround sei allerdings geschafft, das Unternehmen im letzten Geschäftsjahr gewachsen und eine positive Entwicklung eingeleitet, ließen seine Nachfolger Gerrit Schneider und Heinz Hackl zu diesem Zeitpunkt verlauten. Die Corona-Pandemie kam für Bogner und die gesamte Modebranche gänzlich ungelegen, denn nun sieht sich das Unternehmen mit Sitz im Münchner Ortsteil Berg am Laim erneut mit wirtschaftlichen Problemen konfrontiert. Wie das Manager Magazin berichtet, fehlen allein durch die geschrumpften Verkäufe in den Corona-Monaten etwa fünf Millionen Euro in der Kasse. 

Bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie hatte Bogner gemeinsam mit der Unternehmensberatung EY ein Performance-Programm entwickelt, um Komplexität zu reduzieren und das Unternehmen dauerhaft schneller, flexibler und ertragsstärker zu machen. "Wir haben schon vor der Corona-Krise die Stellschrauben identifiziert, um das Unternehmen strukturell besser aufzustellen und den Erfolgskurs der letzten Jahre zu verstetigen. Die Pandemie ist nicht der Auslöser für das Performance-Programm, sie hat aber dessen Dringlichkeit noch einmal erhöht", erklärt Heinz Hackl.

Konkret sieht das Programm vor, in den kommenden zwei Jahren etwa 150 der rund 800 Arbeitsplätze abzubauen. Davon ist neben der Verwaltung in München auch die firmeneigene Logistik in Heimstätten betroffen, die innerhalb der nächsten zwei Jahre an einen Dienstleister ausgelagert werden soll. Gespräche mit dem Betriebsrat zu den geplanten Maßnahmen sind bereits angelaufen.  

Verkauf der Firmenzentrale geplant 

Neben der Entlassung von Mitarbeitern will Finanzchefin Gerrit Schneider laut Manager Magazin auch die Firmenzentrale des Unternehmens verkaufen, die sich im Münchner Ortsteil Berg am Laim befindet. Mit diesen Maßnahmen wolle das hoch verschuldete Unternehmen in den nächsten 24 Monaten wieder eine "gesunde Bilanzrelation" erreichen, wie Treuhänder Arndt Geiwitz verlauten ließ. 

Die Modefirma Bogner ist 1932 von Willy Bogner Senior gegründet worden. Sein heute 78-jähriger Sohn Willy Bogner Junior war im Label jahrelang als Gesellschafter involviert, hatte sich im letzten November jedoch aus Altersgründen aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen und Geiwitz als Treuhänder installiert. Im letzten Geschäftsjahr erzielte Bogner bei 163 Millionen Euro Umsatz einen Gewinn von 2,6 Millionen Euro. Der dürfte wegen Corona im laufenden Geschäftsjahr kaum zu halten sein. In der Vergangenheit hatte Willy Bogner Junior mangels Nachfolger in der Familie mehrfach versucht, sein Unternehmen zu verkaufen. Dieser Verkauf ist aus unterschiedlichsten Gründen jedoch niemals zustande gekommen.

Erst am Mittwoch (22.7.) war bekannt geworden, dass der angeschlagene Modehersteller Strenesse zum Jahresende seinen Betrieb einstellt.

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