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Radikaler Bruch
Bundestagswahl 2021: Die ersten Parteien pitchen

CDU und SPD bestätigen entsprechende Anfragen. Die beiden Volksparteien stecken mitten im Auswahlprozess. Unter den Anwärtern sind prominente Agenturen, wohl nicht die Etathalter.

Text: W&V Redaktion

3. Juli 2020

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sucht bereits nach einer Agentur für die Bundestagswahl, obwohl sie selbst bald geht.
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Die Parteien bereiten sich auf den Bundestagswahlkampf 2021 vor. Schon Anfang des Jahres haben CDU und SPD angefangen, sich dafür aufzustellen, wie sie bestätigen.

Für die Parteispitze, so eine SPD-Sprecherin, sei es nach der Analyse vergangener Wahlen sehr wichtig, dass die SPD gut vorbereitet in den Wahlkampf gehe. "Programm und Personal müssen zusammenpassen." Auch die CDU ist bereits auf Agentursuche.

Freilich wollen beide Parteien über die laufenden Prozesse sonst weiter keine Auskunft geben. Immerhin verrät die CDU, dass die Pitch-Aufgabe Design Elemente (Corporate Identity), strategische Aspekte und einen klassischen Kampagnenteil enthalte. Ähnlich wird es bei den Sozialdemokraten sein.

Neuanfang ohne Jung von Matt und Richel, Stauss?

Was indes die Agenturen angeht: Stillschweigen. Die CDU-Sprecherin sagt nur: "Wir freuen uns über die zahlreichen positiven Reaktionen auf unsere Anfrage." Tatsächlich sind wohl sieben bis acht Agenturen im Rennen um den Auftrag der Konservativen, darunter, wie zu hören ist, Ogilvy, Thjnk sowie das Campaigning Bureau aus Wien, das den Wahlkampf von Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz geführt hat. Alle sitzen in Berlin. Die Wiener haben unter den Linden eigens ein neues Büro eröffnet.

Den letzten Wahlkampf für Angela Merkel hat Jung von Matt gemacht. Der damalige Vorstand Thomas Strerath war mit dem Ergebnis der Kampagne allerdings unzufrieden. Eher unwahrscheinlich also, dass die Kreativagentur noch einmal von ihrer Vorgabe abweicht, nicht für politische Parteien zu werben, und sich um die CDU bemüht.

Für die SPD warb zuletzt die Agentur Richel, Stauss in Berlin, als es um den Europawahlkampf ging. Mit der Partei hatte zumindest Frank Stauss, einer der Agenturgründer von Richel, Stauss neben Mathias Richel, noch bei seinem ehemaligen Arbeitgeber Butter immer wieder sehr viel zu tun. Es gibt Gerüchte, die SPD wolle einen Neuanfang und fordere ihren langjährigen Partner zum Pitch heraus. Gut möglich, dass der das brüskiert zurückweist.

Die K-Frage ist noch offen

Sämtliche Agenturen äußern sich zu den Auswahlverfahren nicht. Die SPD hat den Führungswechsel bereits hinter sich, der CDU steht er noch bevor; die Kanzlerfrage ist in beiden Parteien nicht geklärt. Der Wahltermin für die turnusgemäß im Jahr 2021 stattfindende Bundestagswahl steht noch nicht fest. Mit der Bekanntgabe des Wahltermins durch den Bundespräsidenten ist Anfang 2021 zu rechnen.


Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er interessiert sich für alles, was Werber:innen unter den Nägeln brennt, in Beratung, Strategie und Kreation. Besonders innovative Agenturmodelle haben es ihm angetan. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine. Vielleicht ist er deshalb auch Diversity-Beauftragter der SWMH geworden, der die W&V angehört.

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