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Shitstorm
Casting-Fail: Milka meidet dicke und rothaarige Kinder

Eine britische Casting-Agentur sucht auf Twitter nach einem "engelsgleichen" Mädchen für Milkas-Weihnachtsspot. Doch rote Haare dürfe es nicht haben, heißt es in der bizarren Ausschreibung. Auch dicke Kinder seien für Schokoladen-Werbung ungeeignet. 

Text: W&V Redaktion

13. August 2019

Der von Spotlight veröffentlichte Aufruf.
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Die britische Casting-Agentur Spotlight hat sich vertwittert. Über den Kurznachrichtendienst verbreitete die Firma die Beschreibung der Protagonistin eines Weihnachts-Spots für Milka. Gesucht werde ein "wunderschönes und engelsgleiches" Mädchen, dass nicht über elf Jahre alt ist. Die Haarfarbe sei egal, sie dürfe nur "keine roten Haare" haben. 

Die Userin Helen Raw retweetete den Aufruf, der auch ansonsten recht fragwürdige Formulierungen beinhaltet, mit den Worten: "Just look at this casting wording for a 9-11 YEAR OLD!!" Ein weiterer Nutzer kommentierte entsetzt: "Haben Trump oder Epstein das geschrieben? Was zur Hölle?" 

Anstatt die aufkommende Empörung im Keim zu ersticken, goss Spotlight weiter Öl ins Twitter-Feuer. Die Agentur beschwerte sich in einem mittlerweile gelöschten Tweet über die unpassenden Vorschläge für die Milka-Rolle. "Bitte lest die Beschreibung!", motzte Spotlight in Richtung der aufgeheizten User. Und setzte noch einen drauf: "Keine übergewichtigen Kinder, da es eine Schokoladen-Werbung ist." Der Shitstorm war perfekt. 

Es folgten die üblichen Boykottaufrufe. "Schockierend! Werde keine Milka-Produkte mehr kaufen" lautete ein Post - garniert mit dem Hashtag #parentpower und dem bekannten "Shame"-Meme aus der Serie Game of Thrones

Nach einer Weile, und offensichtlich zu spät, realisierte die Social-Media-Abteilung von Spotlight den mittelschweren Betriebsunfall. Die Agentur änderte die Wortwahl des Aufrufs. Auch eine Entschuldigung wurde veröffentlicht. "Einer unserer Casting Directors hat einen Aufruf veröffentlicht, der absolut nicht unseren Standards entspricht. Es ist inakzeptabel und wir entschuldigen uns". 

Und was macht Milka-Muttergesellschaft Mondelez? Gegenüber dem Schweizer Nachrichtenportal Nau erklärte ein Sprecher: "Wir möchten uns dafür bedanken, dass wir auf diese Ausschreibung aufmerksam gemacht wurden. Wir nehmen unsere Werbeverantwortung sehr ernst."

Weiter versicherte der Konzern, der Text entspräche nicht dem, den Milka mit der Casting-Agentur geteilt habe. "Wir würden die Verwendung einer solchen Mitteilung niemals genehmigen und prüfen mit Hochdruck die Situation mit Spotlight UK, um zu verstehen, wie und warum sie geschehen ist", so Mondelez. 

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