Anzeige

W&V Data-Analyse
Corona-Spots zwischen Schwermut und New Normal

Die meisten Werbespots blenden Corona aus. Doch im aktuellen W&V Data-Wochenranking der 30 teuersten Motive finden sich gleich sechs Spots mit Covid-Bezug – und ganz unterschiedlichen Herangehensweisen.

Text: W&V Redaktion

22. Dezember 2020

Corona hat viele Gesichter: In den einen Spots wird die Pandemie eher beiläufig und "normal" thematisiert, in den anderen eher schwermütig. Die meisten Kreationen aber blenden Corona aus.
Anzeige

Corona hat auch im Werbegeschäft 2020 seine deutlichen Spuren hinterlassen. Das betrifft natürlich zum einen die Werbespendings, zum anderen aber auch die Kreationen an sich.

Vorab: Das Werbegeschäft hat zum Jahresende stark angezogen. Wie die gerade fertiggestellten Auswertungen für die November-Zahlen zeigen, hat der vorletzte Monat dieses Jahres tatsächlich das Vorjahresniveau erreicht. Mehr dazu auf W&V Data, wo Sie in den aktualisierten Datalion-Dashboards alle neuen Zahlen zu den diversen Medien, Branchen und Werbungtreibenden abrufen können.

Werbemonat November auf Vorjahresniveau

Die Art und Weise, wie Corona in der Werbung thematisiert und umgesetzt wurde, hat sich fast von Monat zu Monat gewandelt. Standen zu Beginn des Lockdowns vor allem beim Handel Aussagen wie ein Dankeschön (an Kunden, aber auch Mitarbeiter) oder die neuen nötigen Hygienevorschriften im Fokus, folgten die Kreationen im April eher dem Claim „Wir sind für Sie da“. Ab Mai bis in die zweite Jahreshälfte wurde in den Kampagnen vor allem „The New Normal“ thematisiert – die neue coronageprägte Normalität im Alltag mit ihren diversen Auswirkungen. Und gleichzeitig dazu entstanden Spots, die – gerade in der schönen Welt des Scheins – fast schwermütig daherkommen.

Diese beiden Parallelwelten finden sich auch im aktuellen W&V Data-Wochenranking, wo wir gestützt auf die Zahlen unseres Partners Nielsen jeweils die 30 teuersten Motive ranken. Die jetzt abrufbaren Top 30 beziehen sich auf die Woche vom 7. bis 13. Dezember 2020. Das Gros der Motive blendet Corona aus – wie es mit Abstand für den Großteil der Kampagnen die Regel ist. Sechs Motive jedoch greifen Corona auf: die Hälfte im lockeren New-Normal-Stil, die anderen drei mit der besagten Schwermütigkeit.

Zur ersten Kategorie gehört der Spot von Vodafone mit der Klavierlehrerin, die mit ihren Schülern ganz „normal“ digital in Kontakt ist, dann Lieferando und auch der Sodastream-Spot, in dem das Herstellen von eigenem Mineralwasser als ideale Alternative nicht nur zur Leergutflut dargestellt wird, sondern ganz beiläufig auch als willkommene Möglichkeit, dem Gedränge am Leergutautomaten zu entgehen, wo Abstandhalten fast unmöglich sei.

Mehr Spendings für schwergängigere Corona-Spots

Vom Wochenvolumen bewegen sich diese drei Spots in der Größenordnung von gut zwei Millionen Euro brutto. Die drei Spots der „Schwermut“-Kategorie dagegen haben einen größeren Spending-Background: Hierzu zählt der neue Spot der Deutschen Bahn zum sicheren Reisen, das Motiv des Bundesministeriums für Gesundheit „Zusammengegencorona.de“ und mit rund 3,3 Millionen Euro brutto das teuerste Motiv der Spot von Amazon mit der kleinen Tänzerin.

Diese sechs Spots können Sie sich direkt hier auf W&V Data ansehen, ebenso wie die anderen Motive der aktuellen Top 30. Dort werden Ihnen ebenfalls die jeweiligen Bruttospendings angezeigt.

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.


Autor: Christiane Treckmann

Als Redaktionsleiterin von W&V verantwortet Christiane Treckmann die redaktionelle Begleitung von W&V Data, die W&V Reports sowie diverse Sonderprodukte. Ihr Motto: Nutzwert statt Buzzword-Bingo. Ihre Interessen: Menschen, Marken, Medien - analog wie digital.

Anzeige