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Exklusive W&V-Studie
Corona-Stimmungsbarometer: Gelassenheit trotz Rezession

Vertrauen in die Politik? Angst um den Arbeitsplatz? Bereit für den Gehaltsverzicht? Antworten auf diese und andere Fragen gibt das monatliche W&V Corona-Stimmungsbarometer. Die Juni-Ergebnisse.

Text: W&V Redaktion

10. Juni 2020

Eine exklusive Auswertung für W&V. Diesmal: die Juni-Ergebnisse.
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Trotz diverser Lockerungen bleibt die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland verhältnismäßig niedrig. Groß-Demos gegen Rassismus oder auch der Corona-Rave in Berlin zeigen zudem: Der "Respekt" der Bevölkerung vor der Infektionskrankheit ist gesunken. Dennoch nimmt die Zahl der Menschen, die mit dem Agieren der Poliitk nicht zufrieden sind, weiter zu. Fast schon paradox: Aller warnenden Stimmen zum Trotz vor den Folgen der Rezession und teils katastrophaler Marktdaten sind die Menschen eher optimistisch, wenn es um den eigenen Arbeitsplatz geht. Die Zahl, die keine Angst vor Arbeitslosigkeit hat, ist sogar gestiegen. Das sind zwei Ergebnisse des W&V Corona-Stimmungsbaromters für den Monat Juni. 

Herausgegeben wird die Studie vom Deutschen Marketing Excellence Netzwerk in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Marketing der Universität Erlangen-Nürnberg unter der Leitung von Professor Andreas Fürst. Sie wird monatlich aktualisiert und erscheint exklusiv bei W&V. Der monatliche Rhythmus wurde gewählt, um deutliche Veränderungen beispielsweise bei der allgemeinen aber auch bei der jobbezogenen Stimmung darstellen zu können. Außerdem haben andere Studien gezeigt, dass eine wöchentliche Neuauflage relativ geringen Erkenntnisgewinn mit sich bringt.

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Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, mit der Pandemie fertig zu werden, ist wieder leicht angestiegen. Weitgehend konstant sind diese Werte für die Wirtschaft und die Politik, wenn auch bei letzterer weiterhin auf eher mittlerem Niveau. Was die Grafik nicht zeigt: Im Vergleich zum Vormonat haben auch ältere Konsumenten wieder stärkeres Vertrauen in sich selbst. Diese Gruppe vertraut auch mehr den politischen Akteuren. Für alle drei Bereiche gilt: Konsumenten mit höherem Einkommen machen sich weniger Sorgen als Menschen mit geringeren finanziellen Möglicheiten.

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Die Grundeinstellung gegenüber den nach wie vor bestehenden Einschränkungen ändert sich und sinkt weiter. Vor allem jüngere Menschen fühlen sich weniger stark betroffen als Altere, was gegebenenfalls eine Folge der neuen Lockerungen bei Kontaktverboten ist. Ganz anders die Sicht der Selbstständigen: Sie empfinden das Ausmaß der Einschränkungen als sehr stark, wie auch die Konsumgüterindustrie. Bei Tourismus und Gastronomie hingegen machen sich die zum Teil schon durchgeführten und geplanten Öffnungen positiv bemerkbar.

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Doch wie lange wollen es die Menschen noch akzeptieren, dass der Staat ihnen diverse Einschränkungen auferlegt? Hier öffnet sich die Schere weiter. Während Ältere zu längeren Einschränkungen bereit sind, lehnen die jüngeren Menschen diese ab. Auch Selbständige und Menschen, die im Tourismus oder Gastgewerbe tätig sind, akzeptieren - wie schon im Vormonat - nur mehr kurze Einschränkungen.

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Je länger die Pandemie andauert, desto weniger hoffen die Menschen auf ein baldiges Ende. Mehr als die Hälfte der Befragten gehen davon aus, dass uns Corona bis ins Jahr 2021 begleiten wird. Ein wachsender Teil geht sogar davon aus, dass wir erst Ende kommenden Jahres einen weitgehenden Schussstrich unter das Thema ziehen können. Vor allem älter Menschen blicken hier skeptisch in die Zukunft.

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Wer sich die sinkenden Teilnehmerzahlen bei Anti-Corona-Demonstrationen vergegenwärtigt, wird nicht davon überrascht sein, dass das generelle Vertrauen der Menschen in die Politik weiterhin groß ist. Der Anteil, der der Meinung ist, Deutschland bewältige die Krise besser als andere Länder, hat sogar etwas zugenommen.

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Es sind Zahlen, die nicht unbedingt leicht nachzuvollziehen sind: Da ist von einem historischen Einbruch der Wirtschaft die Rede, davon, dass vor allem die Jüngern die "Opfer" der Krise sein werden. Etwa 7,3 Millionen Menschen sind laut Angaben des Ifo-Instituts in Kurzarbeit. Dennoch ist die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz gesunken. Nur noch jeder Elfte hat hier große Bedenken. Auch hier sorgen sich vor allem Selbständige sowie Beschäftigte im Tourismus und im Gastgewerbe besonders stark um ihre Zukunft.

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Die Krise beutelt viele Branchen enorm. Insofern wäre es nachvollziehbar, wenn Beschäftigte - wie wohl aktuell die Piloten bei der Deuschen Lufthansa - auf einen Teil ihres Gehalts zugunsten des Arbeitgebers verzichten sollen. Doch generell ist die Bereitschaft der Menschen zu diesem Schritt gering. Fast die Hälfte der Befragten lehnt derlei kategorisch ab. Und wenn weniger Geld am Monatsende, dann nicht mehr als 5 bis 10 Prozent des Salärs.

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Mit ihrer Zeit wissen die Menschen die Deutschland gut umzugehen. Langeweile in den eigenen vier Wänden ist offenbar kein Thema, das belastet. Im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit hat sich das für meisten nichts geändert. Die Werte sind stabil.

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Werbung in Corona-Zeiten finden die allermeisten Menschen in Ordnung. Besonders bei den Jüngeren und in diesem Monat bei den Selbständigen ist die Akzeptanz groß.

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Nur jeder fünfte Mitbürger spricht sich gegen Werbung mit Corona-Bezug aus, mehr als ein Drittel hingegen ist dafür. Etwa die Hälfte macht es abhängig von der jeweiligen Firma. Heruntergebrochen auf einzelne Bereiche gibt es allerdings deutliche Veränderungen gegenüber dem Vormonat. So lehnen die Menschen "Corona-Werbung" für Gebrauchsgüter mittlerweile ab, auch wenn es um Lebensmittel geht, aktzeptieren die Konsumenten Werbung mit dem Virus weniger. Anders die Einstellung, wenn es um Verbrauchsgüter geht. Hier ist die Akzeptanz sogar leicht gestiegen.


Autor: Peter Hammer

begleitet seit vielen Jahren redaktionell die Agentur-Branche, für die W&V wie auch früher für den Kontakter. Als Ressortleiter wie Redaktionsleiter. Liebt gute Kreation, aber mehr noch interessante und innovative Geschäftsmodelle. Unabhängig von Kanal und Größe. Was ihn immer wieder überrascht: Wie viele spannende Menschen es in der Branche gibt.

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