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Firmen melden Einbußen
Coronavirus: Tech-Firmen und Sportartikler leiden

Apple, Adidas, Puma, Nintendo: Sie alle haben mit den Folgen der Corona-Epidemie zu kämpfen. Denn bei Tech-Unternehmen und Sportartiklern sind die wirtschaftlichen Verflechtungen mit China besonders eng.

Text: W&V Redaktion

19. Februar 2020

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Apple hatte als eines der ersten Unternehmen eingeräumt, dass sein Geschäft hart vom neuen Coronavirus beeinträchtigt wird. Beim iPhone gibt es massive Lieferengpässe, weil die Produktion in China nur langsam wieder hochgefahren werden kann. Apple-Stores und viele andere Geschäfte waren zeitweise geschlossen. Der iPhone-Hersteller wird deshalb seine Ende Januar abgegebene Umsatzprognose für das erste Quartal verfehlen. Die "Financial Times" hatte berichtet, im größten iPhone-Werk in Zhengzhou würden Arbeiter, die nach den Ferien aus anderen Regionen Chinas zurückkehrten, vorerst nicht an die Arbeit gelassen, um die Gefahr einer Ansteckung zu senken.

Nintendo hatte bereits Anfang Februar vor Engpässen bei seiner Spielekonsole Switch gewarnt, weil viele Bauteile aus China fehlen.

Die IT- und Telekommunikationsbranche ist wegen ihrer wirtschaftlichen Verflechtung mit Asien besonders von den Folgen der Epidemie betroffen. Laut Digitalverband Bitkom erwartet jedes vierte Unternehmen negative Auswirkungen auf das eigene Geschäftsergebnis. Jedes Zweite (54 Prozent) sieht erhebliche Konjunkturrisiken für die deutsche Wirtschaft. Mit monatlichen Einfuhren im Wert von mehr als zwei Milliarden Euro ist China der mit Abstand wichtigste deutsche Handelspartner bei Produkten der IT und Telekommunikation. Jedes vierte Unternehmen empfängt aktuell keine oder kaum noch Zulieferungen aus China.

Auch die Sportartikelhersteller sind betroffen

Sowohl Adidas als auch Puma warnen vor einer deutlichen Beeinträchtigung ihrer Geschäfte in China, da auf behördliche Anordnung eine Vielzahl von Läden geschlossen bleiben muss. Im Fall von Puma sind mehr als die Hälfte der eigenen Geschäfte sowie Partnerläden zu. China ist für die Brand der zweitgrößte Markt nach den USA und mit einer Wachstumsrate von 40 Prozent im vergangenen Jahr das sich am schnellsten entwickelnde Geschäftsfeld. Bei Puma dürfte daher das erste Quartal bei Umsatz und Ergebnis durch das Coronavirus belastet werden. Zuvor hatte schon Nike vor Einbußen gewarnt.

Auch die Geschäftsentwicklung von Adidas ist durch das Virus in Mitleidenschaft gezogen. Die Geschäftstätigkeit in China liege seit dem chinesischen Neujahr am 25. Januar etwa 85 Prozent unter dem Vorjahresniveau, teilt der Sportartikler aus Herzogenaurach mit.

Wesentlich massiver sind die Auswirkungen für die chinesischen Fluglinien. Die Regierung in Peking denkt deshalb bereits über staatliche Rettungspakete für die Airlines nach. Denkbar seien direkte Geldspritzen oder angeordnete Fusionen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch. (dpa/mw)

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Autor: Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.

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